Amokdrohung - SEK stürmt falsche Wohnung

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Die falsche Tür: Der Verfasser der Amokdrohung im Internet hatte sich über das ungesicherte WLAN-Netz seines Nachbarn ins Internet eingeklinkt (Symbolbild).

Recklinghausen - Eine Amokdrohung im Internet löste den Einsatz einer SEK-Einheit aus. Die Beamten stürmten die Wohnung des vermeintlichen Täters - allerdings traten die Polizisten die falsche Tür ein.

Nach einer Amokdrohung im Internet haben Polizisten in Recklinghausen die falsche Tür eingetreten. Der Einsatz hat für die Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Münster ein Nachspiel, denn der unbescholtene 38-Jährige fordert nun Schadenersatz in größerem Umfang. Ein Behördensprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der “Westfälischen Nachrichten“. Die Polizei war im Dezember auf eine Amokdrohung im Internet gestoßen, hatte die Adresse des Computers ermittelt und schließlich die Wohnung des 38-Jährigen gestürmt.

Nur: Die Drohung kam nicht von ihm, sondern vom Nachbarn (27), der den unverschlüsselten drahtlosen Internetzugang (WLAN) des 38- Jährigen mitbenutzt hatte. Damit wurde er als Absender der gefährlichen Botschaft ausgemacht. Auch der 27-Jährige wurde später dingfest gemacht, die Amokdrohung aber als nicht ernsthaft eingestuft. Mit dem 38-Jährigen indes hat die Münsteraner Behörde möglicherweise noch länger zu tun. “Die Tür und zerstörte Gegenstände werden natürlich ersetzt“, betonte der Polizeisprecher, aber die Forderungen des Mannes aus Recklinghausen gingen darüber hinaus.

Über den angebotenen “angemessenen Betrag“ wollte sich das Überfallopfer mit seinem Anwalt abstimmen. Aus Sicht der Polizei hat der arglose Internetnutzer eigentlich den Anspruch auf Schadenersatz ein Stück weit verwirkt, weil er die WLAN-Verbindung nicht - wie mittlerweile üblich - gesichert hatte.

dpa

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