Amoklauf Winnenden: Prozess im September

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Tim K. stürmte im März 2009 die Albertville-Realschule.

Stuttgart - Tim K. tötete an seiner ehemaligen Schule in Winnenden 15 Menschen und sich selbst. Ab September muss sich der Vater des Amokläufers vor Gericht verantworten.

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Der Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden wird am 16. September vor dem Landgericht Stuttgart beginnen. Dies bestätigte am Freitag eine Gerichtssprecherin. Der 17 Jahre alte Tim K. hatte mit der Pistole seines Vaters am 11. März 2009 an seiner ehemaligen Realschule in Winnenden und bei seiner Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Der Vater hatte die Tatwaffe unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Die Anklage wirft ihm deshalb fahrlässige Tötung in 15 Fällen, fahrlässige Körperverletzung in 13 Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

Winnenden: Amoklauf an Realschule

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Die 3. Jugendkammer hatte die Anklage zwar zugelassen, sie sah aber die Vorwürfe fahrlässige Tötung und Körperverletzung nicht als gegeben an. Dies hatte bei den Angehörigen der Opfer große Enttäuschung ausgelöst. Denn damit drohten dem Vater des Amokläufers nicht mehr fünf Jahre Haft, sondern höchstens ein Jahr.

Das Verfahren wurde der 18. großen Strafkammer übertragen, die im Verlauf des Verfahrens und der Beweisaufnahme auch zu einer anderen Bewertung kommen kann.

Nach dem Amoklauf breitete sich ein Blumenmeer vor der Albertville-Realschule aus.

Auch die Ermittler waren sich in dieser Frage lange Zeit nicht einig. Nach monatelangem Tauziehen wollten die Staatsanwälte den Fall eigentlich mit einem Strafbefehl beenden, weil sie ähnliche Zweifel hegten wie jetzt das Landgericht. Dagegen hatte aber im November 2009 der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger interveniert.

dpa

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