Bahn-Gewerkschafter: Unglück wie in Viareggio auch bei uns möglich

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In Viareggio waren Ende Juni bei einem Güterzugunglück nach dem Bruch einer Zugachse 26 Menschen ums Leben gekommen.

Mainz - Der Bahn-Gewerkschafter Frank Schmidt hält ein Zugunglück wie im italienischen Viareggio auch in Deutschland für möglich.

Die in Viareggio gebrochene Zugachse sei baugleich mit den Achsen deutscher Güterzüge, sagte Schmidt nach Angaben des ZDF-Magazins “Frontal 21“.

Das Problem sei seit mindestens zwei Jahren bekannt, erklärte Schmidt, der Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) in Nordrhein-Westfalen ist: “Weder die Deutsche Bahn AG noch andere Eisenbahnunternehmen haben bisher konkrete Maßnahmen ergriffen.“

Die Bahn wies die Vorwürfe zurück. “Frontal 21“ zitiert Bahn-Sprecherin Tatjana Luther-Engelmann mit den Worten: “Wir sind sicher. Die Wagen unterliegen einem regelmäßigen und umfangreichen Instandhaltungsprogramm, welches kontinuierlich aus Erkenntnissen in der Praxis weiter entwickelt wird.“

Wies EBA im Juni 2007 auf Gefahren hin?

In Viareggio waren Ende Juni bei einem Güterzugunglück nach dem Bruch einer Zugachse 26 Menschen ums Leben gekommen. Bereits im Juni 2007 habe das Eisenbahnbundesamt (EBA) alle Eisenbahnunternehmen auf die Gefahren hingewiesen, berichtete “Frontal 21“ weiter. Das EBA habe damals auf “Kerbwirkungen“ an Güterzugachsen aufmerksam gemacht, die das “Brechen von Güterradsatzwellen“ zur Folge hätten. Weiter habe es geheißen: “Das Fahrzeug entgleist daher zwingend.“ Schmidt sagte nun den Angaben zufolge, erst Ende Mai dieses Jahres seien die Mitarbeiter der Bahn offiziell durch den Konzern informiert worden.

Die Deutsche Bahn hat nach früheren Angaben 60.000 Güterwagen mit 180.000 Radsatzwellen der betroffenen Bauart im Einsatz. Es gibt insgesamt rund 200 Unternehmen allein in Deutschland, die ebenfalls Güterwagen besitzen oder betreiben.

AP

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