Bankerin (62) soll Robin Hood gespielt haben

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Bonn - Weil eine Bankerin aus Mitleid Geld von den Konten reicher Kunden auf die armer Kunden umgebucht haben soll, muss sich die Filialleiterin (62) nun vor dem Bonner Amtsgericht verantworten.

Insgesamt zweigte sie laut Anklage rund 7,6 Millionen Euro ab, damit Bankkunden in Geldschwierigkeiten ihr Konto problemlos überziehen konnten. Die Betroffenen selbst ahnten davon nichts. Wegen Untreue in 117 Fällen droht der Frau in dem am (heutigen) Montag (14.00 Uhr) beginnenden Prozess laut Gerichtssprecher im Höchstfall eine Gefängnisstrafe von vier Jahren.

14 Monate lang soll die Filialleiterin ihr Umbuchungssystem betrieben haben, ohne dabei auch nur einen Cent in die eigene Tasche zu stecken. Ihr Ziel sei es gewesen, sich das Geld reicherer Kunden für den Zeitraum zu leihen, in dem die Überziehungslisten der Bank geprüft wurden.

Damit Kunden, die stets in den Miesen waren, nicht auffielen, buchte sie laut Anklage in den Prüfungszeiträumen das Geld reicherer Kunden auf die überzogenen Konten um. Nachdem die Prüfung vorbei war, überwies sie das Geld wieder zurück.

Allerdings klappte das nicht immer problemlos: Weil einige der Kunden so stark im Minus waren, war eine Rückbuchung teilweise nicht mehr möglich. Insgesamt konnte sie den Ermittlungen zufolge nur 6,5 Millionen von den insgesamt 7,6 Millionen Euro wieder zurückbuchen.

Bislang nicht zu Vorwürfen geäußert

Die 62-Jährige, die offenbar wie ein moderner Robin Hood handelte, hat sich laut Gerichtssprecher bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Weil sie die Bank für den Schaden von 1,1 Millionen Euro in Haftung nahm, lebt sie Berichten zufolge nun selbst in Armut. Derzeit erhalte seine Mandantin nur eine kleine Frührente, die bis auf das Existenzminimum gepfändet werde, sagte ihr Anwalt Thomas Ohm.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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