Behinderte ertrinkt in Heim in Badewanne

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Eine behinderte Frau ist in einer Badewanne in ihrem Behindertenheim ertrunken.

Hannover - Eine nahezu bewegungsunfähige 45-jährige Frau ist in einem Behindertenheim in Wunstorf bei Hannover in einer Badewanne ertrunken. Die Polizei ermittelt gegen die Pflegerin.

Die Polizei leitet gegen eine Pflegerin Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Die 23-Jährige stehe im Verdacht, durch Verletzung ihrer Sorgfaltpflichten den Tod der auch geistig behinderten Frau verursacht zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Hannover. Die Pflegerin hob die Behinderte am Sonntagmorgen mit einem Sitzlift in die Wanne und ließ sie dort anschließend allein. Nach Angaben der Polizei entfernte sich die Pflegerin, um kurz ein Frühstück zuzubereiten. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Behinderte leblos mit dem Kopf unter Wasser in der Wanne vor.

Wiederbelebungsversuche des alarmierten Notarztes blieben erfolglos. Die 23-Jährige sei nach eigenen Angaben nach etwa zehn Minuten zu der Badenden zurückgekehrt, berichtete Polizeisprecher Stefan Wittke. Ob sie während ihre Abwesenheit das Badewasser habe laufen lassen, müsse noch ermittelt werden. Normalerweise sei es üblich gewesen, der Behinderten nur 20 Zentimeter hoch Wasser in die Wanne einzulassen. Bei einer Obduktion sei Ertrinken als Todesursache festgestellt worden.

Es handele sich aus Sicht der Polizei sich um einen tragischen Unglücksfall, sagte Wittke weiter. Es gebe keinerlei Hinweise auf eine vorsätzliche Tat. Träger der Wohnstätte für Behinderte in Wunstorf ist der Verein “Lebenshilfe Seelze“. Die 23-jährige Heilerziehungspflegerin stehe unter Schock und befinde sich in ärztlicher Behandlung, sagte Vereinsvorstand Christian Siemers. “Wir sind von dem Unglück alle sehr betroffen“, fügte er hinzu. Offenbar sei die Aufsichtspflicht nicht erfüllt worden. Das Personal müsse den Wasserhahn stets abdrehen, wenn es eine besetzte Wanne kurz verlasse.

DAPD

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