Panik vor Supermarkt in Nordrhein-Westfalen

Üble Hundeattacke: Polizei macht schlechten "Fotoscherz"

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Unna/Bergkamen - Ein wild gewordener Hund hat vor einem Supermarkt in Nordrhein-Westfalen drei Menschen sowie einen weiteren Hund verletzt und für Entsetzen gesorgt.

Am Dienstagnachmittag gegen 15.15 Uhr wurde die Polizei zum Kaufland-Gelände an der Töddinghauser Straße gerufen, da dort ein Hund frei herumlaufe und bereits mehrere Menschen gebissen habe. Vor Ort trafen die eingesetzten Polizeibeamten auf einen 20-jährigen, eine 22-jährige und einen 27-jährigen Bergkamener, die alle drei Bissverletzungen aufwiesen. Der Hund, eine "Old English Bulldogge", war zwischenzeitlich an einem Geländer angeleint worden.

Bei dem Hundebesitzer handelt es sich um den 20-jährigen Bergkamener. Dieser gab an, er habe mit seinem Hund an der örtlichen Bushaltestelle auf einen Freund gewartet. Als dieser eingetroffen sei, habe ihn sein Hund urplötzlich völlig grundlos angegriffen und ins Schienenbein gebissen. In Panik habe er seinen Hund dann am Kopf gepackt und mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dabei habe der Hund ihn in seinen rechten Unterarm gebissen, woraufhin er den Hund hinter dem Geländer fallen ließ. Dabei habe sich die Leine gelöst. Sein Hund habe dann den 27-jährigen Bergkamener und die 22-jährige Bergkamenerin gebissen.

Hat der Halter seinen Hund bewusst provoziert?

Zeugenaussagen zufolge habe der Hundebesitzer den Hund allerdings bewusst provoziert, indem er ihn auf dem Kaufland-Gelände an der Leine mehrfach in Richtung anderer angeleinter Hunde gezogen habe, so dass der Hund immer aufgeregter wurde und ständig gebellt habe. Vor dem Eingangsbereich des Kauflands habe der Hund einen anderen Hund gebissen. 

Anschließend sei er die nächst gelegene Treppe hochgelaufen. Alle dort stehenden Menschen seien panisch weggelaufen. Dort habe der Hund den 27-jährigen Bergkamener und die 22-jährige Bergkamenerin in die Füße gebissen. Anschließend sei der Hund die Treppe wieder nach unten gelaufen. 

Anderer Hundebesitzer greift energisch ein

Der Besitzer des gebissenen Hundes, ein 35-jähriger Bergkamener, sei dann auf die frei laufende Bulldogge zugegangen und habe in einem energischen und deutlichen Ton "Sitz!" und "Platz!" gerufen. Diesem Befehl sei der Hund sofort nachgekommen, so dass es dem Mann gelungen sei, dem Hund das dort liegende Geschirr mit Leine umzulegen und die Leine am Geländer festzubinden, sodass der Hund nicht mehr umherlaufen konnte. 

Der Hund wurde in das Tierheim Unna gebracht. Der 20-jährige Hundebesitzer sowie die 22-jährige und der 27-jährige Bergkamener wurden leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Gegen den Hundebesitzer wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

"Der Fehler lag wohl nicht bei dem Hund sondern am anderen Ende der Leine", sagte eine Polizei-Sprecherin gegenüber der Bild-Zeitung. Offen blieb hingegen, warum es die Polizei in diesem Fall offenbar "angemessen" fand, einen kleinen "Fotoscherz" zu starten und ein Bild des Hundes mit verpixeltem Gesicht zu veröffentlichen...

Kreispolizeibehörde Unna/mw

Quelle: rosenheim24.de

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