Betrugsfall Konferenzzentrum: Verdächtige in Haft

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Bonn - In der Betrugsaffäre um den Bau des Bonner Konferenzzentrums sind am Mittwoch zwei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Namen wollte er nicht nennen. Wie verlautete, geht es um den Architekten und Generalunternehmer des Projekts, Young- Ho Hong, und den Geschäftsführer Michael Thielbeer.

Apostel wollte nicht bestätigen, dass ein dritter Verdächtiger mit Haftbefehl gesucht wird. Dabei soll es sich um den früher als Investor aufgetretenen Smi-Hyundai-Chef Ma-Ki Kim handeln. Man wolle erst mal mit dem Mann reden, sagte Apostel. Die Staatsanwälte vermuten Betrug und Untreue zum Nachteil der Stadt Bonn sowie Bestechung und Bestechlichkeit.

Die Finanzierung des 200 Millionen Euro teuren World Conference Center Bonn (WCCB) im ehemaligen Bonner Regierungsviertel ist seit längerem in der Schwebe; es soll Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Am Dienstag waren bei einer Razzia in Büros im alten Bonner Bundestagsplenarsaal sowie in den Privat- und Geschäftsräumen der drei Beschuldigten in Bonn, Berlin, Düsseldorf und Hessen zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt worden. “Das waren mehrere Lastwagen voll“, sagte Apostel. Durchsucht wurden auch Räume in der Sparkasse KölnBonn sowie im Bonner Stadthaus.

Der Prestigebau, der zusammen mit dem alten Plenarsaal des Bundestages auch für große UN-Konferenzen genutzt werden soll, sollte vor allem durch ausländische Investoren finanziert werden. Diese überwiesen aber trotz Zusagen kein Geld mehr - dabei ging es zuletzt um 32 Millionen Euro.

Falls keine weiteren Gelder fließen, droht ein Stopp des Baus, der Ende des Jahres fertig sein soll. Die Stadt hat inzwischen auch die externe Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers eingeschaltet, um die Probleme mit den Investoren zu klären. Die Stadt werde alles tun, um zur Aufklärung beizutragen und die Ermittlungen zu beschleunigen, erklärte die scheidende Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD).

dpa

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