Bischof Mixa spricht mit ehemaligen Heimkindern

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Bischof Walter Mixa

Schrobenhausen - Der Augsburger Bischof Walter Mixa will nach Missbrauchsvorwürfen nun mit ehemaligen Zöglingen eines Kinderheims sprechen. Zuvor war er von der Laienorganisation “Wir sind Kirche“ zur Stellungnahme aufgefordert worden.

In einer persönlichen Erklärung sagte Mixa am Donnerstag nach Angaben des Ordinariats, er sei bereit, mit ehemaligen Zöglingen des Kinderheims St. Josef in Schrobenhausen über deren Erinnerungen, Erlebnisse und Vorwürfe zu sprechen - um zu erfahren, was sie in ihrer Kindheit belastet habe. Gleichzeitig versicherte er noch einmal, zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt zu haben.

Die katholische Laienorganisation “Wir sind Kirche“ hat den Augsburger Bischof Walter Mixa aufgefordert, persönlich Stellung zu den Misshandlungsvorwürfen zu nehmen. Der Sprecher der Organisation im Bistum Augsburg, Herbert Tyroller, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa, es reiche nicht aus, wenn Mixa eine Unschulds-Erklärung über seine Pressestelle veröffentlichen lasse. “Er selbst muss sich äußern“, sagte Tyroller. Er kritisierte, dass sich der Bischof wegen der Vorwürfe zivil- und strafrechtliche Konsequenzen vorbehalten habe. Durch solche Drohungen würden die Opfer eingeschüchtert, das sei nicht der “richtige christliche Weg“.

Die Regierung von Oberbayern prüft inzwischen als Heimaufsichtsbehörde Misshandlungs-Vorwürfe im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen aus jüngerer Zeit. Dort soll der jetzige Augsburger Bischof Walter Mixa als Stadtpfarrer vor rund 30 Jahren Kinder gezüchtigt haben. Das Ordinariat hat diese eidesstattlich erklärten Vorwürfe von Betroffenen als “absurd und erfunden“ zurückgewiesen. Inzwischen hat sich ein weiteres ehemaliges Heimkind gemeldet und erklärt, von Mixa damals brutal geschlagen worden zu sein. Der Sprecher der Regierung Oberbayern sagte am Donnerstag, über die angeblichen Vorfälle sei in den Akten von damals nichts zu finden.

Ein Fall habe sich 1999 in der Schrobenhausener Einrichtung ereignet. Ein Heim-Mitarbeiter habe einem Kind einen Kinnhaken verpasst und sei daraufhin entlassen worden. Bisher unbekannte Vorwürfe, es habe noch vor fünf Jahren Züchtigungen in dem Heim gegeben, würden überprüft. Das Haus in Schrobenhausen war bis 1990 von Franziskanerinnen der Mallersdorfer Kongregation geführt worden und ist jetzt unter weltlicher Leitung.

dpa

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