weitere 80 Tiere werden vermisst

Blutbad in Sachsen: Wölfe zerfleischen 40 tragende Mutterschafe

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Nach der Wolf-Attacke: Tote Schafe der Herde der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" liegen auf einer Wiese.

Förstgen - In Ostsachsen kam es am Dienstagmorgen zu einem brutalen Wolfsangriff auf eine etwa 140 große, tragende Mutterschafsherde von der Naturschutzorganisation "Östliche Oberlausitz".

40 tote Schafe und weitere 80 Tiere werden vermisst. Das ist die traurige Bilanz nach einem Angriff eines Wolfsrudels am Dienstagmorgen bei Niesky. Die Schafherde der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" ist von einem Wolfsrudel angegriffen worden. Einwohner hatten am Dienstagmorgen auf der Straße zwischen Förstgen und Tauer herumirrende Schafe gesehen und die Naturschutzstation informiert, berichtet mdr.de.

Die Naturschutzstation engagiert sich demnach mitten im Bestandsgebiet des sogenannten Daubaner Wolfsrudels seit mehr als zwei Jahrzehnten bei der Landschaftspflege mit Moorschnucken und Burenziegen.

Wölfe richten Blutbad an

Die Tierkadaver wurden von Mitarbeitern der Station bereits eingesammelt. Auch nach den gut 80 vermissten Schafen wird weiterhin gesucht. Die Geschäftsführerin Antje Hertweck von der Naturschutzstation "Östliche Oberlausitz" geht davon aus, dass die Schafe bei dem Angriff in Panik geraten seien, den elektronisch gesicherten Zaun niedergetrampelt hätten und in alle Richtungen geflohen seien. 

CDU Sachsen fordert Abschusslockerung

Die CDU in Sachsen fordert eine Lockerung der Abschussregelung, da sich der Wolf vor allem in Sachsen und Brandenburg (dort gibt es die meisten Wölfe in Deutschland) zum echten Problem für Nutztierhalter entwickelt hat. Aktuell ist es in Deutschland strengstens verboten Wölfe zu fangen oder gar zu töten. 

Gegenüber mdr.de stellte Felix Ekardt, Landesvorsitzender des BUND Sachsen, klar, dass der Wolf keine Gefahr für den Menschen darstelle und positive ökologische Effekte mit sich bringe. Wildschweine würden sich zusammenrotten und Rehe würden scheu. 

Breiten sich Wölfe in Deutschland aus? 

Seit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland im Jahr 2000 breitet sich das Raubtier weiter aus. In Sachsen gibt es neben Brandenburg die meisten Wölfe. Immer wieder kommt es zu Konflikten, weil die Wölfe Nutztiere reißen. Wölfe sind strengstens geschützt. Es ist verboten, sie einzufangen oder gar zu töten.

mz/AFP

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