Briefe von Erwachsenen legen Weihnachtspostamt lahm

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Der Würzburger Altbischof Paul-Werner Scheele setzt, umgeben von Nikolaus, Knecht Ruprecht und dem Weihnachtsengel, in der historischen Poststelle von Himmelstadt (Unterfranken) symbolisch den traditionellen Eingangsstempel, der um die Weltkugel kreisende Briefe mit dem Ziel Himmelstadt zeigt.

Himmelstadt - Die Leiterin des Weihnachtspostamts in Himmelstadt ist verzweifelt: Statt Briefe von Kindern ans Christkind zu beantworten, werden die Helfer mit Post von Erwachsenen überschwemmt.

Erwachsene legen heuer das Weihnachtspostamt im unterfränkischen Himmelstadt lahm: Rund 65 000 Briefe haben die fleißigen Helfer bereits beantwortet - längst nicht alle sind von Kindern.

 “Ich bin total frustriert, weil die Leute uns mit einem Bestellservice verwechseln“, berichtete die Leiterin der Poststelle, Rosemarie Schotte. “Wir sind dafür da, die Kinderbriefe an das Christkind zu beantworten, und nicht die Weihnachtspost der Erwachsenen.“ Manche schickten mehrseitige Listen mit Adressen von Bekannten in der Erwartung, die ehrenamtlichen Helfer würden diesen dann schöne Weihnachtskarten schreiben.

Diese falsche Einschätzung habe extrem zugenommen - mit der Folge, dass das einzige Weihnachtspostamt des Freistaats gnadenlos überlastet ist. “Wir hängen in den Seilen“, schilderte Schotte. Insgesamt 33 Helfer arbeiteten von morgens bis abends Berge an Briefen ab - zwei davon sind alleine fürs Frankieren, einer fürs Öffnen der Post zuständig.

Trotz des Stresses macht ihnen die Arbeit auch Freude. “Die Kinderbriefe sind ganz süß“, erzählt Schotte. Manche sind allerdings auch traurig: So klagte ein Bub, das er wegen des “blöden Richters“ seinen Bruder nach der Trennung seiner Eltern nur noch alle zwei Wochen sehen könne. Andere Kinder schrieben, dass sie wegen der Wirtschaftskrise in diesem Jahr kein Geschenk bekämen. Das Weihnachtspostamt im Rathaus der kleinen Gemeinde Himmelstadt (Landkreis Main-Spessart) gibt es seit 1986.

dpa

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