Bundesliga-Mehrheit gegen Schweinegrippe-Impfung

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München - Impfen oder nicht? Die Frage, die derzeit Millionen Menschen umtreibt, beschäftigt auch die Fußball-Bundesliga.

Als einziger Erstligist hat Tabellen-Schlusslicht Hertha BSC seinen Profis empfohlen, sich gegen die Schweinegrippe immunisieren zu lassen. Zehn der 18 Clubs lehnen eine kollektive Team-Impfung ab, fünf Vereine wollen zunächst abwarten, wie die Krankheit verläuft. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa zum Start der Massenimpfung.

Die Mannschaftsärzte stehen vor einer kniffligen Entscheidung: Lassen Sie die Spieler impfen, so besteht die Gefahr, dass die Akteure mit Nebenwirkungen wie Kopf-, Gelenk- oder Gliederschmerzen im Millionengeschäft Profi-Fußball kurzzeitig ausfallen. Reagieren sie nicht, so könnte eine sich ausbreitende Schweinegrippe den ganzen Spielbetrieb gefährden. “Unser Mannschaftsarzt will abwarten, wie sich die ersten Impfungen bewähren und ob Nebenwirkungen auftreten. Ansonsten wäre die Gefahr zu groß, dass nach einer Impfung aller Spieler die halbe Mannschaft ausfällt“, brachte Borussia Dortmunds Sprecher Josef Schneck das Dilemma auf den Punkt.

Neben dem BVB wollen auch der FC Schalke 04, dessen gesamter Kader nach dem achten Spieltag gegen die normale Grippe geimpft worden ist, Spitzenreiter Bayer Leverkusen, der SC Freiburg (SC-Sprecher Rudi Raschke: “Wir sind aber keine Impfmuffel“) und Rekordmeister FC Bayern München zunächst die Entwicklung verfolgen. “Es wurde erwartet, dass Millionen von Menschen betroffen sind. Vielleicht verläuft die Schweinegrippe doch milder“, gab Bayern-Arzt Hans- Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu bedenken.

Anders als die Berliner haben Meister VfL Wolfsburg, der 1. FC Köln, FSV Mainz 05, 1899 Hoffenheim, der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, der VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Hannover 96 nicht vor, die Profis impfen zu lassen. Der 1. FC Nürnberg und der VfB Stuttgart gaben keinen Einblick in ihre Pläne.

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Viele Clubs stellen ihren Spielern aber frei, sich in Eigenregie gegen das neue H1N1-Virus immunisieren zu lassen. “Wir können und wollen das unseren Profis nicht vorschreiben“, sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke, dessen Club bisher als einziger Bundesligist direkt von der Schweinegrippe betroffen war. Die 96- Profis Steven Cherundolo, Jan Rosenthal und Vinicius mussten mehrere Tage in Quarantäne, da sie Kontakt mit Spielern hatten, die infiziert waren. Es handelte sich aber jeweils nur um eine Vorsichtsmaßnahme. Denn anders als die Topligen in England und Frankreich ist die Beletage des deutschen Fußballs bislang von Schweinegrippe-Fällen verschont geblieben.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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