Vereitelter Terror-Anschlag in den USA

Bundespolizei verschärft Kontrollen für USA-Reisende

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Verschärfte Kontrollen an deutschen Flughäfen: Reisende in die USA bittet die Bundespolizei, sich gegebenenfalls auf längere Wartezeiten einzustellen.

Potsdam - Nach dem vereitelten Terror-Anschlag in den USA werden auch in Deutschland die Kontrollen an Flughäfen verschärft. Besonders Reisende in die USA müssen mit längeren Wartezeiten rechnen.

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Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug werden auch in Deutschland die Kontrollen verschärft. Wie das Bundespolizeipräsidium in Potsdam am Samstagabend mitteilte, werde der Vorfall in Detroit zum Anlass genommen, die bestehenden hohen Sicherheitsstandards durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen. Reisende in die USA werden gebeten, sich gegebenenfalls auf längere Wartezeiten einzustellen. Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden im engen Kontakt mit den Experten der amerikanischen Luftsicherheitsbehörde TSA.

Die US-Heimatschutzministerium verschärfte die Kontrollen für alle Flüge. Zugleich arbeiteten die USA eng mit anderen Regierungen zusammen, um die Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen und in Maschinen zu verstärken, teilte die Heimatschutzministerin Janet Napolitano mit. Wer aus dem Ausland in die USA fliege, müsse sich auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen einstellen.

Sprengsatz enthielt Nitropenta

Bei dem gescheiterten Terroranschlag auf den Flug von Amsterdam nach Detroit wurde nach Angaben der Justizbehörden der Sprengstoff Nitropenta (PETN) verwendet. Dieses auch militärisch genutzte Mittel ist schon bei geringer Menge besonders explosiv. Es wurde auch von dem sogenannten Schuhbomber Richard Reid verwendet, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben. Beim Landeanflug auf Detroit kam es in der Maschine der US-Gesellschaft Northwest Airlines nicht zur Explosion, sondern nur zu einem kleineren Brand. Der mutmaßliche Täter, der Nigerianer Umar Farouk Abdulmuttalab, wurde am Samstagabend des geplanten Anschlags auf ein Flugzeugs angeklagt.

Bezirksrichter Paul Borman las dem 23-Jährigen in der Universitätsklinik von Ann Arbor, Michigan, die Anklage vor. Abdulmuttalab wird dort wegen Brandwunden behandelt. In einem Anhang der Anklageschrift heißt es, der Beschuldigte habe den Sprengsatz, der PETN enthalten habe, an seinem Körper an Bord geschmuggelt. Beim Landeanflug auf Detroit habe er versucht, den Sprengsatz zu zünden. Abdulmuttalab lächelte, als er im Medical Center der University of Michigan in den Konferenzraum geschoben wurde, wo Richter Borman ihm die Anklage verlas. Er trug einen grünen Klinikkittel und blaue Strümpfe. Sein linker Daumen und sein rechtes Handgelenk waren verbunden.

Vater warnte in US-Botschaft vor radikalen Ansichten

Auf die Frage, ob er die Anklage verstanden habe, antwortete Abdulmuttalab auf Englisch: “Ja, das tue ich.“ Der Angeklagte hatte ein gültiges Einreisevisum für die USA, obwohl er in einer Datenbank möglicher Terrorverdächtiger geführt wurde. Diese Datenbank mit der Bezeichnung Terrorist Identities Datamart Environment wurde vom US-Zentrum für Terrorabwehr (National Counterterrorism Center) geführt. Abdulmuttalab lebte zuletzt in einem gehobenen Stadtteil von London. Er erklärte nach Angaben eines US-Justizbeamten, er sei im Jemen von Al-Kaida-Angehörigen ausgebildet und instruiert worden.

Ein weiterer Regierungsbeamter erklärte der Nachrichtenagentur AP, der Geheimdienst sei im November auf den mutmaßlichen Täter, einen 23-jährigen Nigerianer, aufmerksam geworden. Damals sei dessen Vater in die US-Botschaft in Abuja gekommen und habe sich besorgt über seinen Sohn geäußert. Nähere Informationen habe der Vater aber nicht gehabt. Deshalb sei der 23-Jährige nicht auf eine Liste gesetzt worden, die ihm Flüge in die USA verboten oder ihn besonderen Sicherheitskontrollen unterworfen hätten. Die Informationen hätten auch nicht ausgereicht, dem 23-Jährigen das ihm im Juni 2008 erteilte Besuchervisum für die USA wieder zu entziehen. Es galt bis Juni 2010.

dpa

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