Linke will Schriftstellerin ins Rennen schicken

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Schriftstellerin Daniela Dahn.

Brlin - Joachim Gauck und Christian Wulff bekommen offenbar Konkurrenz. Die Linke könnte eine ostdeutsche Schriftstellerin ins Rennen um das Präsidentenamt schicken.

Die Linke will zügig über die Nominierung einer eigenen Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl entscheiden. Die Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst wollen Bundestagsfraktion und Landesvertretern einen Vorschlag unterbreiten. In mehreren Medien wurde in den vergangenen Tagen über eine Kandidatur der ostdeutschen Schriftstellerin Daniela Dahn spekuliert.

Die Linke hatte ursprünglich ein gemeinsames Vorgehen Kandidaten aller drei Oppositionsparteien angestrebt. SPD und Grüne entschieden sich aber für einen Alleingang und nominierten in der vergangenen Woche den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck.

Ernst sagte dem „Hamburger Abendblatt" über Gauck: „Wir erkennen die großen Verdienste von Herrn Gauck für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte an, daran gibt es gar nichts zu rütteln. Er ist zweifellos eine respektable Person.“ Doch in Zeiten von Sparprogrammen benötige man einen Anwalt der kleinen Leute, der sich auch mal gegen die Bundesregierung stellt. Ob Mitglieder seiner Fraktion bei einem Scheitern der Linke-Kandidatin im zweiten oder dritten Wahlgang für Gauck stimmen werden, wollte Ernst nicht ausschließen.

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CDU-Präsidentschaftskandidat Christian Wulff ging unterdessen in die Offensive. Angesichts zunehmender Sympathie aus den eigenen Reihen für Gauck zeigte sich Niedersachsens Ministerpräsident kämpferisch: Er werde sich nicht von Umfragen einschüchtern lassen, sagte er am Abend nach Teilnehmerangaben in einer Sitzung der Bundestags-CSU. Das Werben für die Präsidentschaft gehe jetzt erst los. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage hatte Wulff in der Gunst der Bundesbürger nur knapp vor Gauck gelegen. CSU-Chef Horst Seehofer sicherte Wulff „größtmögliche Unterstützung“ zu. „Wir vertrauen Dir, wir unterstützen Dich.“

Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel warb in den eigenen Reihen für Wulff. Sie sagte in der Sitzung der Unionsfraktion nach Teilnehmerangaben, es gehe nicht nur um die Lebensleistung, sondern auch um Erfahrung als Politiker. Wulff will sein Amt als niedersächsischer Ministerpräsident erst nach einem Erfolg bei der Bundespräsidentenwahl am 30. Juni niederlegen.

Trotz der Kritik aus den Reihen der eigenen Partei an der Kandidatenauswahl bekräftigte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die Unterstützung der Liberalen für die Wahl Wulffs: „Er wird mit den Stimmen der FDP-Bundesversammlungsfraktion gewählt werden“, sagte Niebel dem „Hamburger Abendblatt".

Dem Vorwurf mehrerer FDP-Landespolitiker und der Opposition, es habe im Hauruck-Verfahren ein CDU-Parteisoldat durchgedrückt werden sollen, widersprach Niebel: „Die Nominierung von Christian Wulff als gemeinsamer Kandidat von CDU, CSU und FDP war eine abgestimmte Entscheidung der Führungspersonen aller drei Parteien.“

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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