Bundeswehr erhält eigene Kommunikationssatelliten

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Franz-Josef Jung besucht die Bundeswehr. Künftig besitzt die Bundeswehr eigene Kommunikationssatelliten.

München - Die Bundeswehr kann künftig eigenständig Kontakt zu ihren Truppen im Ausland halten. Zwei der Bundeswehr eigene  Kommunikationssatelliten werden ins All geschossen.

Am 30. September startet vom Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guyana der erste von zwei Kommunikationssatelliten für die Bundeswehr, sagte der Chef der für den Start verantwortlichen EADS-Raumfahrttochter Astrium, Evert Dudok, am Mittwoch in München. Mit dem Projekt befreit sich die Bundeswehr aus ihrer jahrelangen Abhängigkeit von kommerziellen Anbietern.

Der erste, knapp 2,5 Tonnen schwere Satellit durchläuft nach dem Start noch einige Tests und soll von Januar an einsatzbereit sein. Der zweite, baugleiche Satellit startet dann im ersten Quartal 2010. Das Auftragsvolumen für die Satelliten inklusive Start und Betrieb bezifferte Dudok auf knapp eine Milliarde Euro. Für die beiden Satelliten, die ausschließlich der Bundeswehr gehören, ist eine Nutzungsdauer von 15 Jahren vorgesehen.

Jahrelange Abhängigkeit endet

Mit den beiden eigenen Satelliten endet für die Bundeswehr auch ihre jahrelange Abhängigkeit von privaten Satellitenbetreibern. So seien für die Kommunikation der Truppen auf dem Balkan, in Afrika oder aktuell in Afghanistan mit dem Hauptquartier in Potsdam Kapazitäten eingekauft worden, sagte Bundeswehr-Oberst Pirmin Meisenheimer. “Wir nutzen in Afghanistan heute ausschließlich kommerzielle Kapazitäten.“ Dies sei oft sehr kostspielig gewesen.

Zwar habe die Bundeswehr nie auf dem Trockenen gesessen, betonte Meisenheimer. “Aber auf die Schnelle das zu kriegen, was man braucht, ist natürlich schwierig.“ Außerdem sei dies oft einfach teuer gewesen. Zwei eigene Satelliten anzuschaffen sei auf Dauer günstiger. Außerdem könne die Bundeswehr eigene Frequenzen nutzen und frei über die Kapazitäten verfügen. “Wir wollten etwas, das wir selbstständig verplanen können.“

dpa

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