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Kampfjet nach Start-Manöver bei Madrid abgestürzt - Pilot tot

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Castor am Ziel - Polizisten und Demonstranten erschöpft

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Die Castor-Behälter erreichen am Montag auf Tiefladern das Zwischenlager Gorleben.

Laase - Nach über fünf Tagen hat der Castor-Transport sein Ziel erreicht. Mit einer waghalsigen Aktion stoppten zwei Atomkraftgegner die Tieflader am Montagabend noch einmal kurz vor dem Zwischenlager Gorleben.

Am Ende wird die Nacht in Gorleben doch noch lang. Hunderte Polizisten warten seit Stunden vor den Toren auf den Castor-Transport. Auch ein Dutzend Atomkraftgegner hat es geschafft, sich durch den Wald an der strengen Abriegelung der Polizei vorbei zu mogeln. Die Einsatzkräfte lassen sie gewähren. Nun frieren beide Seiten gemeinsam. Und warten. Ein junger Polizist aus Bayern stöhnt: “Ich freu mich, wenn's endlich vorbei ist.“

In den letzten Jahren konnte der Transport mit dem hoch radioaktiven Atommüll die gut 20 Kilometer lange Schlussetappe auf der Straße immer recht schnell absolvieren. Doch diesmal dauert es, im Schneckentempo rollt der Konvoi mit den elf Tiefladern durch die dunkle Nacht. Entlang der Strecke haben sich immer wieder Wasserwerfer in Position gebracht, um weitere Störaktionen der Castor-Gegner frühzeitig zu verhindern.

Castor-Transport: Randale auf der letzten Etappe

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Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel haben die Atomkraftgegner es dann tatsächlich noch einmal geschafft: Zwei junge Demonstranten klettern auf das Führerhaus des ersten Tiefladers. Sie stoppen den Transport damit noch einmal für mehr als eine Stunde. “Die beiden kamen praktisch aus dem Nichts“, sagte der Sprecher der Polizei, Marco Bussler, der Nachrichtenagentur dpa. Schließlich gelingt es Spezialkräften der Polizei, das Duo vom Transporter zu holen.

Castor-Transport: So heftig waren die Auseinandersetzungen im Wendland

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Kurz nach 22 Uhr passiert der erste der elf Tieflader dann endlich die Toreinfahrt zum Zwischenlager Gorleben. Die Polizisten observieren den Konvoi angespannt, in der Luft kreisen Hubschrauber. Auch Doris Koepke aus dem nahe gelegenen Lüchow schaut zu. Sie gehört schon lange zum Gorleben-Widerstand in der Region. Die Atomkraftgegnerin hat ihren Freund und ihre Tochter mitgebracht. “Wir müssen demonstrieren. Nur weil hier wenig Menschen leben, dürfen die das Zeug doch nicht einfach hier bei uns einlagern.“

Für Gorleben ist damit zwar ein Kapitel der Atomtransporte abgeschlossen - der diesjährige war der letzte mit hoch radioaktivem deutschen Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague. Doch weitere Transporte aus Sellafield sollen folgen. Am Montagabend jedenfalls heißt es erstmal Feierabend für Polizisten und Demonstranten in Gorleben. “Ich freu mich auf zu Hause“, sagt ein junger Beamte aus Baden-Württemberg sichtlich erschöpft.

dpa

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