Champions-League-Finale: München steht Kopf

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Ein italienischer Fußball-Fan sucht am Freitag in München (Oberbayern) Karten für das Champions League-Finale und hält dabei ein Papp-Schild in der Hand.

München - Ein Fanfest, eine Dackeldame und jede Menge Farbe: Kurz vor dem heimischen Champions-League-Finale am Samstagabend steht München Kopf.

Superstimmung in München: Mit Hochspannung wird überall das bayerische Heimfinale der Champions League an diesem Samstag erwartet. “Das Fußball-Fieber steigt von Minute zu Minute“, sagte der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp am Freitag. Zehntausende Gäste werden zu dem Fußball-Highlight erwartet. Und wenn es nach Dackeldame “Sissi“ geht, haben die Bayern-Anhänger an diesem Samstag allen Grund zur Freude: Die Hündin versuchte sich als Tierorakel und prophezeite einen Bayern-Sieg, indem sie zielstrebig auf einen Fressnapf mit Bayern-Logo zusteuerte. Dem Chelsea-Napf schenkte das Tier keine Beachtung.

Die Münchner Innenstadt stand am Freitag schon ganz im Zeichen des Finales und der beiden Kontrahenten FC Bayern München und FC Chelsea. Auf der Einkaufsmeile zwischen Marienplatz und Karlsplatz können die Fans im Rahmen einer Werbeaktion an jeder Ecke Farbe bekennen. In mehreren Geschäften können sie sich etwa zwischen Eiskugeln, Kaffeebechern oder Luftballons in den jeweiligen Vereinsfarben entscheiden. Rot oder Blau? Das ist die Frage vor dem größten Club-Spiel des Jahres. Kaufhäuser hängten Flaggen an ihre Fassaden, Fans deckten sich mit Schals, Trikots und Fahnen ein - einige von ihnen zogen die Trikots auch gleich an.

Noch waren es in erster Linie Bayern-Fans, die ihrer Sympathie so Ausdruck verliehen. Die meisten Engländer wurden erst am Finaltag in der bayerischen Hauptstadt erwartet. Auch acht englische Polizisten haben sich angekündigt, um die 2000 bayerischen Einsatzkräfte zu unterstützen. Insgesamt rechnet die Polizei mit bis zu 30 000 Anhängern aus England, von denen rund 17 500 ein Ticket für die Arena haben. Der Rest muss hoffen, in Kneipen oder Pubs einen Blick auf das mit Spannung erwartete Spiel zu erhaschen. Für diejenigen, die noch in der Nacht zum Sonntag wieder abreisen wollen, lockerte das bayerische Verkehrsministerium sogar das Nachtflugverbot am Airport. Selbst am Flughafen herrscht beim Champions-League-Finale also Ausnahmezustand.

Höhepunkt des viertägigen Fan-Festivals zum Finale ist das Public Viewing im Olympiastadion mit 65 000 Fans. Weitere 30 000 Menschen wollen das Spiel auf dem Oktoberfestplatz Theresienwiese auf Leinwand verfolgen - beide Veranstaltungen waren innerhalb weniger Tage ausverkauft. “Egal wo du bist, es gibt nur ein Thema“, schwärmte Fußball-Legende Paul Breitner. Die Allianz Arena mit 62 500 Plätzen ist ohnehin seit langem ausverkauft. Die Polizei warnte davor, auf Ticketfälscher hereinzufallen. Wenn jetzt noch irgendwo bezahlbare Karten zu haben seien, solle man misstrauisch werden. Am Flughafen wollten zwei Männer kurz zuvor 86 gefälschte Tickets verkaufen - die Polizei schnappte aber die Gauner.

Mit dem Schlusspfiff am Samstagabend dürfte die Party noch lange nicht vorbei sein. Im Falle eines Bayern-Sieges werden sich wohl zehntausende Menschen im Freudentaumel zur Feiermeile Leopoldstraße begeben. Für Sonntag wäre dann ein Korso durch die Stadt mit anschließender Party auf dem Rathaus-Balkon geplant. Dafür müssen die Bayern nur noch das Finale gewinnen - sonst werden wohl die Engländer in der Weißwurst-Metropole kräftig feiern.

dpa

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