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Covid-19-Pandemie

Deutschland: Impffortschritt im Osten bereitet Sorge - nur eine Region offiziell „Corona-frei“

In Deutschland stellt sich Impfmüdigkeit ein.
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In Deutschland stellt sich Impfmüdigkeit ein.

Die Inzidenz in Deutschland ist wieder gestiegen. Derweil wird immer weniger geimpft. Sorgen breitet vor allem der Osten.

Update vom 7. September, 7.56 Uhr: Die Inzidenz in Deutschland ist leicht gesunken. Mehr finden Sie in unserem News-Ticker*.

Update vom 6. September, 9.34 Uhr: Um gegen die vierte Corona-Welle anzukämpfen und gut durch den Herbst und Winter durchzukommen, benötigt es eine hohe Impfquote. Allerdings macht sich in Deutschland zusehends Impfmüdigkeit breit, wie der letzte Wochenbericht des Robert Koch-Instituts kritisiert. Der Anteil der vollständig Geimpften liegt nur bei 61,1 Prozent (Stand 2. September). Der Anstiegt im Vergleich zur Woche davor beträgt nur knapp über ein Prozent.

Von Ende Juli bis Ende August legte die Impfquote in Deutschland nur noch um rund 10 Prozent zu. Das war bisher das geringste Wachstum in den Sommermonaten. Dabei fallen starke regionale Unterschiede auf. Besonders im Osten der Republik sind die Werte zu niedrig. Während in Bremen schon 71 Prozent geimpft sind, waren es in Sachsen Anfang September nur 52 Prozent. Am besten durchgeimpft ist nach den jüngsten Daten der Nordwesten der Republik, am wenigsten Zuspruch finden die Angebote neben Sachsen in Brandenburg (55,2) und Thüringen (56 Prozent).

Insgesamt kommt die Impfquote damit längst nicht an die Werte heran, die das RKI im Juli als wünschenswert erachtete. Nach der damals entworfenen Modellierung müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte vierte Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird. Aufgrund der zu niedrigen Impfquote zeigte sich auch Virologe Christian Drosten skeptisch, ob die erforderlichen Prozent noch erreicht werden.

Inzidenz weiter über 80 - nur eine Region offiziell „Corona-frei“

Erstmeldung vom 6. September 2021:

Berlin - Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 84,3 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 75,8). Binnen 24 Stunden sind 4.749 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Das geht aus den Daten des Covid-Dashboards des RKI hervor. Am Montag vor einer Woche waren es 190 positive Corona-Tests weniger, nämlich 4.559.

Im Vergleich zum Sonntag - 10.453 weitere Corona-Neuinfektionen- ist diese Zahl der Corona-Fälle deutlich niedriger. Doch erfahrungsgemäß geht es mit den Fallzahlen nach dem Wochenende immer abwärts. Ein Blick auf den Wert am Montag vor einer Woche gibt mehr Aufschluss, ob sich ein Trend abzeichnet. Und vor einer Woche waren es 190 positive Corona-Tests weniger, nämlich 4.559.

Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Corona-Pandemie ist in Deutschland auf 92.354 gestiegen. 8 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden mit oder an einer Sars-CoV-2-Infektion.

Corona in Deutschland - Eine Region noch offiziell „Corona-frei“

„Corona-frei“ ist laut RKI derzeit nur der Stadtkreis Eisenach. Seit mehr als sieben Tagen wurden dort keine Corona-Fälle gemeldet.

Dagegen reißen fünf Stadtkreisen die 200er-Inzidenz. Leverkusen (244,7), Wuppertal (220,8), Offenbach (22.8), Bremerhaven (216,6) und Rosenheim (206,0).

Corona in Deutschland - Die RKI-Fallzahlen im Überblick

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland 4.010.390 nachweislich mit Corona infiziert.
92.354 Todesfälle wurden bisher verzeichnet
Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 3.775.500 an.
Derzeit gibt es etwa 142.600 aktive Corona-Fälle in Deutschland

Corona-Hospitalisierungs-Inzidenz

Die Corona-Hospitalisierungs-Inzidenz gilt als neuer Parameter in der Bewertung der Corona-Lage in Deutschland. Der Wert steht für die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Ob der Wert tatsächlich aussagekräftig ist? Der Wert spiegelt die Infektionslage verzögert wider. Zwischen einer Infektion und einer Krankenhauseinweisung vergehen durchschnittlich etwa zehn Tage. Zudem gibt es regionale Unterschiede. Deswegen ist kein Grenzwert vorgesehen. Zuletzt hatte das RKI die Hospitalisierungs-Inzidenz am Freitag mit 1,83 angegeben. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Zahl der Covid-Intensivpatienten - Tausend mehr als vergangenes Jahr

Auf den Intensivstationen ist einiges los. 1.275 Covid-19-Patienten müssen derzeit intensivmedizinische behandelt werden, davon werden 631 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervor (Stand: 6. September, 6.19 Uhr). Am Vortag waren es insgesamt 1.251 Covid-Patienten. Vor einem Jahr lagen nur 216 Covid-Intensivpatienten (am 6. September 2020) im Krankenhaus.

Umfrage: Mehrheit für strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte

Mögliche striktere Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte als für Geimpfte etwa beim Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen treffen laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten es 58 Prozent, wenn für Ungeimpfte strengere Regeln gelten würden - 28 Prozent halten dagegen gleiche Regeln wie für Geimpfte und Genesene für richtig. Weitere 9 Prozent der Befragten gaben an, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzulehnen.

Mit Blick auf Herbst und Winter gilt für bestimmte Innenräume wie Veranstaltungen und die Gastronomie bundesweit die so genannte 3G-Regel: Zugang nur mit Nachweis als Geimpfter, Genesener oder negativ Getesteter. Im Gespräch ist aber auch die teils schon angewandte 2G-Regel, also Zugang nur für Geimpfte oder Genesene.

Die Zustimmung hierzu steigt laut der Umfrage mit dem Alter. Demnach befürworten 71 Prozent der Befragten ab 60 Jahre strengere Regeln für Ungeimpfte - bei 18- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent. Dabei sind unter Älteren auch mehr Menschen bereits geimpft. Gleiche Regeln für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte treffen bei jüngeren Leuten bis 29 Jahre auf die höchste Zustimmung (49 Prozent). Unter Älteren ab 60 Jahren befürworten dies weniger als 20 Prozent.

Unterschiede gibt es laut der Umfrage auch regional: Strengere Regeln für Ungeimpfte unterstützen im Westen Deutschlands 60 Prozent der Befragten, im Osten 49 Prozent. Bei den Impfquoten liegen die meisten ostdeutschen Länder im Bundesvergleich hinten. Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge 2022 Menschen ab 18 Jahren zwischen dem 27. und 31. August befragt. (dpa/ml)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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