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News-Ticker zur Corona-Lage

Weltärztechef wettert gegen Richter - Bundesweite Inzidenz steigt wieder an

Die Bundesregierung hat ein anvisiertes Impf-Ziel erreicht. Weltärztepräsident Montgomery zeigt sich unzufrieden über die Rechtsprechung bei Corona-Maßnahmen. Der News-Ticker.

  • Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch, pünktlich zum Jahreswechsel wurden beim Corona-Gipfel neue Maßnahmen beschlossen*.
  • Das Impf-Ziel von 30 Millionen Impfungen wurde an Weihnachten erreicht (Update vom 26. Dezember, 10.20 Uhr).
  • Bis Ende Januar sollen nun weitere Ziele der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie umgesetzt werden (Update vom 26. Dezember, 10.50 Uhr).
  • Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kritisiert nun Gerichtsurteile zu Corona-Maßnahmen (Update vom 26. Dezember, 16.53 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 27. Dezember, 06.45 Uhr: Bereits vor den Feiertagen hatte das Robert-Koch-Institut darauf hingewiesen, dass die Test- und Meldeaktivität während der Weihnachtsfeiertage und den Tagen um Neujahr gering seien werde. Trotzdem reichten die Zahlen aus, um die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz steigen zu lassen, zuvor war der Wert lange gesunken. So beträgt er am Montagmorgen 222,7, am Vortag lag er noch bei 220,7. In der Vorwoche lag die Inzidenz bei 315,4.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 13.908 Neuinfektionen mit dem Virus. Deutschlandweit wurden nach den Angaben vom Montagmorgen binnen 24 Stunden 69 Todesfälle registriert. Zum Vergleich: Eine Woche zuvor waren es 180 Todesfälle. Die Zahl der Personen, die an oder unter Beteiligung einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg nun auf 110.443 an.

Corona in Deutschland: Protest in Schweinfurt eskaliert - Festnahmen und Pfefferspray

Update vom 26. Dezember, 20.15 Uhr: Mehrere hundert Menschen haben in Schweinfurt gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert* - teils gewaltvoll. „Unsere Einsatzkräfte waren bereits gezwungen, gegen aggressive Versammlungsteilnehmer Schlagstock und Pfefferspray einzusetzen. Wir fordern alle Teilnehmer auf, friedlich von ihrem Grundrecht Gebrauch zu machen und die Regeln einzuhalten“, twitterte die Polizei Unterfranken.

Drei Personen, die gewaltsam versucht hätten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, seien festgenommen worden. „Wir fordern alle Teilnehmer auf, die Beschränkungen einzuhalten und sich deutlich von Krawallmachern und Straftätern abzugrenzen!“, hieß es weiter. Die Versammlung sei nicht angemeldet worden, die Polizeiinspektion Schweinfurt sei mit zahlreichen Unterstützungskräften im Einsatz.

Am vergangenen Sonntag hatten im unterfränkischen Schweinfurt bei einer nicht angemeldeten Veranstaltung bis zu 3000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Zeitweise seien Sicherheitsabstände nicht eingehalten worden, hatte die Polizei mitgeteilt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten immer wieder versucht, sich in Kleingruppen abzusondern. Einen „unkoordinierten Versammlungsverlauf“ verhinderte die Polizei jedoch nach eigenen Angaben. 

Weltärztechef Montgomery kritisiert Richter wegen Corona-Urteilen

Update vom 26. Dezember, 16.54 Uhr: Scharfe Töne vom Weltärztepräsident: Frank Ulrich Montgomery hat Richter wegen Urteilen zu Corona-Maßnahmen scharf kritisiert. „Ich stoße mich daran, dass kleine Richterlein sich hinstellen und wie gerade in Niedersachsen 2G im Einzelhandel kippen, weil sie es nicht für verhältnismäßig halten“, sagte Montgomery der Welt (Ausgabe vom 27. Dezember).

So maße sich ein Gericht an, etwas, das sich wissenschaftliche und politische Gremien mühsam abgerungen hätten, mit Verweis auf die Verhältnismäßigkeit zu verwerfen.

„Da habe ich große Probleme“, sagte Montgomery. Es gebe „Situationen, in denen es richtig ist, die Freiheitsrechte hinter das Recht auf körperliche Gesundheit - nicht nur der eigenen Person, sondern aller - einzureihen“. „Und eine solche Situation haben wir“, sagte der Weltärztepräsident.

Weltärztechef Montgomery würde wegen Omikron „impfen wie verrückt“

Montgomery sieht in der derzeitigen Pandemielage die Chance, mit Omikron die Durchimmunisierung schneller zu erreichen. „Wenn das Omikron-Virus, was wir im Moment nur hoffen können, eine deutlich geringere Krankheitslast hat, würde ich dennoch impfen wie verrückt“, sagte er der Welt.

„Die Ungeimpften müssen die Erkrankung dann eben durchmachen - am Ende hätten wir dann vielleicht das Glück gehabt, dass wir die Durchimmunisierung schneller erreichen“, fügte er hinzu. Er rechne aber damit, „dass da noch mehr kommt“. Es werde „noch weitere Varianten geben - das griechische Alphabet geht noch bis Omega“.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery (Archivbild)

Corona in Deutschland: Omikron-Variante auf dem Vormarsch

Update vom 26. Dezember, 16.40 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus ist auf dem Vormarsch. Andere Länder hat sie bereits fest im Griff. Experten sind sich sicher, dass auch in Deutschland eine Omikron-Welle kommen wird. Nur der Zeitpunkt und der Verlauf sind noch nicht klar. Das RKI hat bereits in allen Bundesländern Infektionen mit der hochansteckenden Omikron-Variante bestätigt. Allerdings macht Omikron noch nicht den überwiegenden Teil der Neuinfektionen aus. In Deutschland herrscht nach wie vor die Delta-Variante vor. Jedoch steigt die Zahl der Omikron-Infektionen immer weiter an.

Experten sind sich einig: Omikron-Welle droht auch Deutschland

RKI-Präsident Lothar Wieler äußerte sich bereits am Donnerstag (23. Dezember) zu der aktuellen Dynamik: „Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank.“ In New York macht Omikron* bereits 92 Prozent der Neuinfektionen aus. Die dort herrschende Realität könnte auch Deutschland erreichen. Experten gehen davon aus, dass die Omikron-Variante sich im Januar stark in Deutschland ausbreiten wird.

Update vom 26. Dezember, 16.22 Uhr: In mehr als 11.000 Fällen bundesweit ermittelt die Polizei wegen gefälschter Impfpässe. Allein beim bayerischen Landeskriminalamt gebe es seit Jahresbeginn 3070 Fälle - nach 110 Fällen bis Anfang September. Die Ermittler gehen dabei von einer hohen Dunkelziffer aus. Das berichtet die taz an diesem Sonntag vorab und beruft sich dabei auf eine eigene Umfrage unter den Landeskriminalämtern.

Seit Ende November drohen bei Nutzung eines falschen Impfpasses etwa in einer Apotheke eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Für einen „gewerbsmäßigen“ Handel kann es bis zu fünf Jahre Haft geben. Viele Landeskriminalämter fuhren zuletzt Warnkampagnen mit Hinweisen auf diese Strafen.

Update vom 26. Dezember, 12.00 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus bereitet sich weiter aus. Nun warnen Lehrerverbände davor, um jeden Preis am Präsenzunterricht festzuhalten. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, äußerte sich hierzu eindeutig: „Durch die Omikron-Variante verschärft sich die pandemische Lage massiv - auch an den Schulen. Wechsel- und Distanzunterricht“ dürften im weiteren Vorgehen also „kein Tabu“ sein.

Omikron-Variante kann sich besonders in Schulen leicht verbreiten

Auch der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, argumentiert in diese Richtung: „Wenn es im kommenden Jahr noch einmal zu einem Lockdown kommen sollte, können die Schulen davon nicht ausgenommen werden.“ Denn gerade angesichts der vielen bisher ungeimpften Schüler könne sich die Omikron-Variante in Schulen besonders leicht verbreiten. Ein kurzes, hartes Durchgreifen in Form eines Lockdowns inklusive Schulschließungen hält Meidinger für sinnvoller, als über Monate hinweg eine Situation zu haben, in der die Schulen mal geöffnet und mal geschlossen sind.

Update vom 26. Dezember, 10.50 Uhr: Das erste Impf-Ziel der Bundesregierung wurde an Weihnachten erreicht: 30 Millionen Impfdosen wurden seit Mitte November verimpft (siehe Update vom 26. Dezember, 10.20 Uhr). Das nächste Ziel soll bereits bis Ende Januar erreicht werden. Bis dahin soll eine Impfquote von 80 Prozent in Deutschland herrschen.

Ursprünglich sollte dieses Impfziel bereits bis zum 7. Januar erreicht werden. Aktuell sind 61,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft. Das sind 73,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Für die Erreichung des Impfziels müssten etwa 5 Millionen weitere Menschen eine Erstimpfung erhalten. Die Verabreichung von so vielen Impfungen ist bis zum 7. Januar kaum umsetzbar, weswegen das Ziel auf Ende Januar verschoben wurde.

Bundestag debattiert ab Anfang Januar über Impfpflicht: heikle Fragen noch offen

Außerdem soll in der ersten Sitzungswoche im neuen Jahr im Bundestag die Impfpflicht für alle auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Fraktionsvize der SPD, Dirk Wiese, bestätigte, dass es „eine erste Debatte zur Impfpflicht“ Anfang Januar im Parlament geben werde. Die erste Sitzungswoche des Bundestags beginnt am 10. Januar. Im Rahmen der Debatte um die Impfpflicht stellen sich einige „nicht einfache Fragen im Detail“, so Wiese. Darunter gehört die Frage, ab wann jemand seinen Impfstatus rechtlich verliert und eine Auffrischungsimpfung notwendig ist.

Die Union drängt die Bundesregierung darüber hinaus angesichts der ansteckenderen Omikron-Variante zu einer Verschärfung der Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte. Laut Bundesgesundheitsministerium müssen sich die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen erst neun Monate nach der Zweitimpfung boostern lassen, um die ab Mitte März geltende Impfpflicht zu erfüllen. Die Union plädiert für eine Verschärfung dieser Regelung.

Söder (CSU): Impfpflicht werde Spaltung der Gesellschaft überwinden anstatt verschärfen

CSU-Chef Markus Söder äußerte sich im Zusammenhang der zur Diskussion gestellten Impfpflicht optimistisch. Diese werde die Spaltung der Gesellschaft eher überwinden als vertiefen. „Viele Menschen würden feststellen, dass es nicht so schlimm ist, sich impfen zu lassen - sondern im Gegenteil sogar schützt und Freiheit gibt“, sagte Söder gegenüber der Bild am Sonntag. Er fügte hinzu: „Zum anderen hilft die Impfpflicht wirklich einigen, ihr Gesicht zu wahren.“

Update vom 26. Dezember, 10.20 Uhr: An Weihnachten wurde das selbstgesteckte Ziel der Bundesregierung von 30 Millionen Corona-Impfungen seit Mitte November bis Jahresende ganz knapp erreicht. Allein an Heiligabend ließen sich 67.000 Menschen in Impfzentren und bei Sonderaktionen in Kirchen und auf Weihnachtsmärkten impfen. Am ersten Weihnachtsfeiertag waren es 35.000 Menschen. Mit diesen Zahlen wurden knapp 30 Millionen Impfungen erreicht.

Ziel des Bundesregierung erreicht: 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat damit das Ziel umgesetzt, das er von Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) übernommen und noch erhöht hatte. Beim Bund-Länder-Gipfel am 2. Dezember sagte Scholz, dass bis Weihnachten insgesamt 30 Millionen Impfungen in Deutschland erreicht werden sollen. Zwischenzeitlich wurde der Zeitpunkt auf Ende des Jahres verschoben, was sich nun als nicht notwendig herausgestellt hat. Laut Informationen des RKI waren 24,2 Millionen Booster-Impfungen unter den insgesamt 30 Millionen Impfungen. 2,8 Millionen Menschen ließen sich seit dem Stichtag (18. November) zum ersten Mal impfen.

Update vom 26. Dezember, 8:50 Uhr: Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Sonntagmorgen berichtet, ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz weiter gesunken. Laut RKI haben sich in den vergangenen 24 Stunden 10.100 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche) lag am Sonntagmorgen bei 220,7. Am Vortag lag der Wert bei 242,9 und vor einer Woche bei 315,4.

Allerdings weist das RKI darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel weniger getestet wird und daher auch weniger Neuinfektionen gemeldet werden. Deshalb könnten die offiziell ausgewiesenen Fallzahlen nur bedingt die Corona-Lage in Deutschland wiedergeben. In den letzten 24 Stunden wurden deutschlandweit darüber hinaus 88 Todesfälle gemeldet. Vor einer Woche waren es 180 Todesfälle.

RKI: Inzidenz sinkt weiter - aber die Zahlen bilden nur bedingt die Realität ab

Seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter insgesamt 6.991.381 Fälle gemeldet. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland betrug etwa 6.113.500. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland liegt aktuell bei 110.364.

Die Omikron-Variante des Virus verbreitet sich aktuell rasant. Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen wurde im November durch Bund und Länder die Hospitalisierungsinzidenz festgelegt (Zahl der Einlieferungen ins Krankenhaus pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche). So gilt ab einem Wert von drei flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel. Laut den aktuellsten Zahlen von Donnerstag liegt die Hospitalisierungsinzidenz bei 4,55.

Update vom 25. Dezember, 20.26 Uhr: Schleswig-Holstein hat vergleichsweise niedrige Corona-Zahlen. Warum? Für Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) liegt es an der Mentalität. „Wir sind ein anderer Schlag Menschen“, sagte er der dpa. „Wat mutt, dat mutt. Das zeigt sich eben auch in einer solchen Krisensituation.“

Natürlich hielten sich auch nicht alle Einwohner gerne an Corona-Regeln, schränkte der Politiker ein. „Es ist den Leuten hier im Norden aber klar, dass so eine Krise nur mit Solidarität und mit Gemeinschaftsgefühl und Selbstverantwortung bekämpft werden kann.“ Diese Einsicht sei offenkundig in seinem Bundesland weiter verbreitet als in manch anderen. 

Liegt es an der „Mentalität“, wie der Landeschef glaubt? In Schleswig-Holstein sind die Corona-Zahlen niedrig.

Wüst stellt Bürger auf weitere Corona-Einschränkungen für 2022 ein

Update vom 25. Dezember, 19.56 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wirbt bei den Bürgern um Verständnis für weitere absehbare Corona-Belastungen auch 2022. „Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden. Omikron ist eine ganz neue Dimension der Herausforderung“, sagte der Regierungschef einer CDU/FDP-Koalition der dpa.

Der Weg heraus aus der Pandemie führe nur über Impfungen. „Durch die Verfügbarkeit von genügend Impfstoff haben wir ja die Chance, uns gut zu schützen“. Leider sei die Strategie noch nicht, wie ursprünglich erhofft, aufgegangen. „Die geringe Impfquote in manchen Teilen Deutschlands hat uns bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht“, stellte der MPK-Vorsitzende fest. „Ich hoffe, dass die Impfpflicht zügig kommt und auch dazu beiträgt, dass es dann eine gesellschaftliche Befriedung gibt.“

Städte- und Gemeindebund kritisiert Corona-Strategie von Bund und Ländern

Update vom 25. Dezember, 17.06 Uhr: „Es wird nach wie vor viel zu sehr auf Sicht gefahren“: Mit diesen Worten hat Städtebund-Chef Gerd Landsberg die Corona-Strategie der Politik kritisiert. „Alle wissen, dass die neue Omikron-Welle kommt“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Deshalb seien langfristige Planungen unverzichtbar. „Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung würde steigen, wenn nicht immer nur von einer Bund-Länder-Konferenz zur nächsten entschieden würde“, sagte Landsberg.

Landsberg forderte den Bundestag auf, erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite festzustellen. „Niemand wünscht sich einen Lockdown, er kann aber je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens rasch notwendig werden“, sagte er. „Deswegen muss die Politik sich diese Handlungsoption offenhalten, um dann sehr schnell reagieren zu können.“

Zugleich verlangte Landsberg, eine mögliche allgemeine Impfpflicht vorzubereiten*. Diese könne nur mit einem einheitlichen Impfregister effizient funktionieren. Andere Länder verfügten über ein solches System. In Deutschland müssten nun „die konkreten Vorbereitungen beginnen“. „Schnell zu klären ist, wie man ein solches Register digital, unbürokratisch und datenschutzkonform einrichten könnte.“

Bundesamt zu Gefährdung kritischer Infrastrukturen: Es gibt Reserven

Update vom 25. Dezember, 12.18 Uhr: Eine fünfte Corona-Welle wird nach Einschätzung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nicht zu einem Zusammenbruch kritischer Infrastrukturen in Deutschland führen. „Eine fünfte Welle könnte zwar zu Einschränkungen führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch“, sagte ein Sprecher des Amtes dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es gibt keinen Grund, das anzunehmen. Es gibt Reserven. Wir sind mit unserem Latein nicht am Ende.“

Es werde sowieso vermutlich noch bis Jahresbeginn dauern, bis sich Omikron in Deutschland voll auswirke, sagte der Sprecher. Er lobte auch die Vorbereitung auf die bisherigen Wellen. „Wir haben vier Wellen, die schon wuchtig waren, ohne Einschränkungen gemeistert - mit Ausnahme der Intensivstationen.“ Das liege daran, dass die Verantwortlichen auf so etwas vorbereitet seien, weil entsprechende Pläne existierten. „Die Unternehmen waren ebenfalls vorbereitet.“

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind zwar zuletzt gesunken, aber Experten befürchten wegen der ansteckenderen Omikron-Variante eine baldige Trendumkehr. Kanzler Olaf Scholz (SPD) will das Impfen über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel weiter vorantreiben.

Polizeibeamte gehen in München durch eine Fußgängerzone (Archivbild).

Corona in Deutschland: 67.000 Impfungen an einem Tag verabreicht

Update vom 25. Dezember, 11.15 Uhr: Das Impftempo sollte auch über die Feiertage hoch bleiben, versprach die Politik. Am 24. Dezember haben sich erneut zahlreiche Menschen in Deutschland den schützenden Piks gegen das Coronavirus abgeholt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden am Freitag rund 67.000 Impfungen verabreicht, davon waren 51.000 sogenannte Booster-Impfungen zum Auffrischen des Impfschutzes (Stand: Samstag, 10.31 Uhr). Der bisherige Impf-Rekord war am 15. Dezember mit insgesamt 1,6 Millionen Dosen erzielt worden.

Mindestens 58,9 Millionen Menschen sind demnach bisher zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 29,9 Millionen Menschen haben zusätzlich einen „Booster“ erhalten. Aktuell sind 21,7 Millionen Menschen in Deutschland nicht geimpft, das entspricht 26,2 Prozent der Bevölkerung. Für vier Millionen dieser Menschen im Alter von null bis vier Jahren (4,8 Prozent) steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Menschen stehen bei einer Impfaktion an und warten auf ihre Impfung gegen Covid-19 (Archivbild).

Corona: Beliebte Urlaubsländer werden Hochrisikogebiet

Update vom 25. Dezember, 9.56 Uhr: Mitten in der Winterurlaubszeit ändert die Bundesregierung wichtige Regeln für beliebte Zielländer. Ski-Fans können ein wenig aufatmen: Österreich wird wieder von der Hochrisikoliste gestrichen, berichtet die dpa.

Die beliebten Urlaubsländer Spanien und Portugal sowie die USA gelten seit Samstag (25. Dezember) wegen hoher Corona-Infektionszahlen als Hochrisikogebiete. Die Regelung trat um Mitternacht in Kraft. Ebenfalls auf die Liste der Hochrisikogebiete wurden Finnland, Zypern und Monaco aufgenommen. Von der Liste gestrichen wurden hingegen Österreich, Belize, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Malaysia.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Vom Auswärtigen Amt wird automatisch auch eine Reisewarnung für Hochrisikogebiete ausgesprochen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Ärzteverein schlägt Alarm: Gesundheitsämter arbeiten am Limit

Ursprungsmeldung vom 25. Dezember, 8.55 Uhr: Berlin - Der Deutsche Ärzteverein schlägt im Rahmen der Corona*-Pandemie Alarm. Der Grund der Sorge ist, dass die deutschen Gesundheitsämter mit der Arbeit kaum mehr nachkämen, berichtet die dpa. Das führe auch zu Lücken bei der Kontaktverfolgung, sagte die Bundesvorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter völlig überlastet

„Eine flächendeckende Nachverfolgung findet im Moment fast gar nicht mehr statt“, so Teichert. Mehrere Länder wie Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg hätten die Suche nach Kontaktpersonen sogar komplett ausgesetzt. Man gehe dort davon aus, dass sich die Menschen selbst informierten, was bei einem positiven Testergebnis oder einem Risikokontakt zu tun sei.

Eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung wies die Aussage Teicherts zurück. „Die Darstellung, dass Berlin zu den Bundesländern gehöre, in denen die Gesundheitsämter keine Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Corona-Pandemie mehr gewährleisten, ist nicht korrekt“, betonte sie. „Die Berliner Gesundheitsämter leisten die Kontaktnachverfolgung gemäß den Richtlinien des RKI. In acht Gesundheitsämtern ist zudem die Bundeswehr dafür im Einsatz.“

Ärzteverein: Gesundheitsämter kommen bei Kontaktverfolgung nicht hinterher

Teichert sagte dem RND weiter, die dauerhaft angespannte Lage in den Gesundheitsämtern verschärfe auch die Personalnot. „Seit Beginn der Pandemie beobachte ich neben der Fluktuation auch eine Flucht des Personals aus den Gesundheitsämtern“, sagte Teichert. Daran sei auch eine vergleichsweise schlechte Bezahlung schuld. „Es gibt ein erhebliches Lohngefälle, das die Arbeit im Gesundheitsamt unattraktiv macht.“

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen zeigt sich besorgt wegen der fehlenden Kontaktnachverfolgung, gerade mit Blick auf die Omikron-Variante. „Sie kann sich rasant ausbreiten, ohne dass dies rechtzeitig bemerkt wird“, sagte er dem RND. Es sei wichtig, dass Kontaktpersonen informiert würden und sich testen ließen. „Wenn wir nicht frühzeitig bemerken, dass die tatsächlichen Fallzahlen steigen, kann die Politik darauf nicht angemessen reagieren“, warnte er. (jv) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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