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Pandemie

Ärzteverband schlägt Alarm: Wichtige Corona-Maßnahme findet „fast gar nicht mehr statt“

In der Corona-Pandemie stoßen die Gesundheitsämter an ihre Grenzen – das führt zu Lücken in der Kontaktverfolgung, klagt eine Expertin.

Frankfurt/Düsseldorf – Kurz vor Jahresende ist die Omikron-Variante des Coronavirus* auf dem Vormarsch. Virologinnen und Virologen befürchten einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen, da B.1.1.529 als weitaus ansteckender gilt als die Delta-Variante. Vor allem die Beobachtungen, dass die zugelassenen Corona-Impfstoffe* nur teilweise gegen Omikron wirken, gibt Anlass zur Sorge.

Nun schlägt ein Ärzteverband Alarm. Eine Maßnahme, die zu Beginn der Corona-Pandemie für äußerst wichtig erklärt worden war, gerate immer mehr in Vergessenheit oder könne wegen mangelnder Kapazitäten in den Gesundheitsbehörden kaum noch berücksichtigt werden.

Die Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie finde fast gar nicht mehr statt, beklagt die Vorsitzende eines Ärzteverbands.

Corona in Deutschland: Omikron könnte für steigende Fallzahlen sorgen

Die Gesundheitsämter in Deutschland kommen in der Corona-Pandemie mit der Arbeit kaum hinterher. Das führe auch zu Lücken bei der Kontaktverfolgung, sagte Ute Teichert, Bundesvorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Eine flächendeckende Nachverfolgung findet im Moment fast gar nicht mehr statt.“ Mehrere Länder wie Baden-Württemberg, Hamburg oder Berlin hätten die Suche nach Kontaktpersonen gar komplett ausgesetzt. Man vertraue dort darauf, dass sich die Menschen selbst informierten, was bei einem positiven Corona-Testergebnis oder einem Risikokontakt zu tun sei.

Eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung wies die Aussage Teicherts zurück. „Die Darstellung, dass Berlin zu den Bundesländern gehöre, in denen die Gesundheitsämter keine Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Corona-Pandemie mehr gewährleisten, ist nicht korrekt“, sagte sie. Die Berliner Gesundheitsämter würden die Kontaktnachverfolgung gemäß den Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) leisten. Dafür sei in acht Gesundheitsämtern zudem die Bundeswehr im Einsatz.

Corona in Deutschland: Personalnot in Gesundheitsämtern

Teichert sagte dem RND weiter, die dauerhaft angespannte Lage in den Gesundheitsämtern wegen Corona verschärfe auch die Personalnot: „Seit Beginn der Pandemie beobachte ich neben der Fluktuation auch eine Flucht des Personals aus den Gesundheitsämtern“, sagte sie. Daran sei auch eine vergleichsweise schlechte Bezahlung schuld. „Es gibt ein erhebliches Lohngefälle, das die Arbeit im Gesundheitsamt unattraktiv macht.“

Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen von den Grünen* zeigt sich besorgt wegen der fehlenden Kontaktnachverfolgung, gerade mit Blick auf die Omikron-Variante des Coronavirus. „Sie kann sich rasant ausbreiten, ohne dass dies rechtzeitig bemerkt wird“, sagte er dem RND. Es sei wichtig, dass Kontaktpersonen informiert würden und sich testen ließen. „Wenn wir nicht frühzeitig bemerken, dass die tatsächlichen Fallzahlen steigen, kann die Politik darauf nicht angemessen reagieren“, warnte er.

An den Weihnachtsfeiertagen sind viele Gesundheitsämter zudem nicht durchgehend besetzt. Die Corona-Fallzahlen, die sonst jeden Tag an das RKI übermittelt werden, spiegeln womöglich das Infektionsgeschehen nicht vollständig wider. So sanken die Fallzahlen auch jetzt* an Weihnachten. Derweil fordern Bund und Länder ein schnelles Handeln gegen die Omikron-Variante des Coronavirus – einige Politikerinnen und Politiker warnen vor Ausfällen in der kritischen Infrastruktur. (lrg/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa