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Spahn für Reaktivierung der Impfzentren

Corona-Inzidenz in Deutschland erstmals seit zwei Wochen gesunken – Verwirrung um „Booster“-Impfungen komplett

Die Corona-Inzidenz in Deutschland ist nach zwei Wochen wieder gesunken. Die Debatte um „Booster“-Impfungen heizt auch die Diskussionen über Impfzentren an.

  • Die Corona-Zahlen in Deutschland entwickeln sich dynamisch. Allerdings meldet das RKI eine sinkende Inzidenz (siehe Erstmeldung)
  • Stiko-Chef hat zum „Booster“-Impfungen eine Stellungnahme abgegeben (Update 12.49 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona* in Deutschland wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 2. November, 14.42 Uhr: Das Klinikum Görlitz (Sachsen) hat zum Schutz von Patienten, Angehörigen und Beschäftigten ein weitgehendes Besuchsverbot verhängt. Grund ist die steigende Zahl von Corona-Patienten. Aktuell versorge man 21 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung, zwei davon auf der Intensivstation, teilte das sächsische Klinikum am Dienstag mit. Zudem gebe es mehrere Verdachtsfälle. Ausnahmen gebe es nur für Begleitpersonen bei Geburten, stationär betreuten Kindern und Schwerstkranken in einer besonders schwierigen Situation. Besucher müssten einen negativen Testnachweis mitbringen. Das gelte auch für Geimpfte und Genesene, hieß es. Die Corona-Lage in Sachsen spitzt sich zu. Experten warnen vor einem „Tsunami“. Der Freistaat will jetzt die Corona-Regeln für Ungeimpfte verschärfen.

Verwirrung um „Booster“-Impfungen komplett

Update vom 2. November, 12.49 Uhr: Die Dabatte um „Booster“-Impfungen in Deutschland ist aktuell etwas verwirrend. Stiko-Chef Thomas Mertens stellt klar, wer eine Auffrischungsimpfung vor dem Corona-Winter braucht:

Gesunde Menschen mittleren Alters mit Grundimmunisierung könnten davon ausgehen, dass sie noch ausreichend Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung haben. Auch, wenn der Schutz vor einer Ansteckung mit der Zeit nachlasse.

Corona in Deutschland: Wer braucht einen „Booster“?

„Menschen, die kein normales Immunsystem haben, keinen guten Schutz haben, müssen zuerst geimpft werden“, erklärt Mertens auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt deswegen eine Auffrischungsimpfung momentan nur für ausgewählte Personengruppen, wie für immunsupprimierte Patienten und Menschen ab 70 Jahren.

Menschen, die sich mit Johnson & Johnson haben impfen lassen, sollten sich erneut impfen lassen, führt der Stiko-Chef weiter aus. Medizinisches Pflegepersonal sollte laut Mertens geimpft werden. Zum einen aus Selbstschutz, zum anderen, um eine Corona-Infektion nicht auf Patienten zu übertragen.

Mertens verweist darauf, dass die Impfquote der 18 bis 59-Jährigen noch unzureichend sei. „Grundimmunität ist das wichtigste“, so der Stiko-Chef. Und eben die zu schützen, die die Impfung am nötigsten haben. Mertens könne sich vorstellen, dass der Kreis auf Menschen mit Vorerkrankungen, wie schon bei der ersten Stufenpriorisierung erweitert werden könnte und das später eine pauschale Empfehlung folgen könnte.

„Wir sollten uns nicht mehr impfen lassen als nötig“, betont Mertens. Auch mit Blick auf die Impfstoffverteilung in der 3. Welt.

Wichtig sei zudem, sich gegen Influenza zu schützen. „Influenza kann fröhlich Feste feiern“, wenn sich Menschen in einem Festsaal mit G2 oder G3 treffen.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), äußert sich in der Bundespressekonferenz zu den Booster-Impfungen.

Spahn will „Booster-Impfungen“ für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will allerdings allen Bürgerinnen und Bürgern ungeachtet ihres Alters eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus ermöglichen. Diese Impfung solle „grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen“, heißt es in einem Entwurf von Spahns Ministerium für die bevorstehende Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern.

Corona-Inzidenz in Deutschland erstmals seit zwei Wochen gesunken – Debatte um „Booster“-Impfungen

Erstmeldung vom 2. November 2021

Berlin - Der Blick auf die Corona*-Zahlen am Dienstagmorgen (2. November) liefert eine Überraschung. Erstmals seit zwei Wochen ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gesunken. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt der Wert aktuell bei 153,7. In den vergangenen beiden Wochen stieg die Inzidenz kontinuierlich an – am Montag (1. November) lag sie bei 154,8.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zudem 10.813 Neuinfektionen* mit dem Coronavirus* sowie 81 weitere Todesfälle. Allerdings ist noch unklar, ob es wegen des gestrigen Feiertages in einigen Bundesländern möglicherweise zu Meldungsverzögerungen bei einzelnen Gesundheitsämtern gekommen ist.

Corona in Deutschland: Weltärzte-Chef Montgomery ruft zu „Booster“-Impfungen auf

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat eine möglichst breite Nutzung der Auffrischungsimpfungen* gegen Corona gefordert. „Jeder, dessen vollständige Impfung sechs Monate zurückliegt, sollte sich bald eine Auffrischungsimpfung holen“, erklärte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In diesem Herbst sei eine neue, zentrale Impfkampagne nötig, die sich nicht nur an die Ungeimpften richte, sondern auch für allgemeine Booster-Impfungen werbe. „Weil der Immunschutz nach einem halben Jahr abnimmt, müssen wir als Gesellschaft ein Interesse daran haben, dass der Schutz stabil bleibt“, so Montgomery.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will kurzfristig über eine Empfehlung entscheiden. „Die Ständige Impfkommission prüft im Moment sehr intensiv, ob sie Auffrischungsimpfungen für alle Bevölkerungsgruppen empfehlen wird“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprächen, wobei geprüft werden müsse, inwieweit diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar seien. „Eine Entscheidung darüber wird in wenigen Wochen fallen“, so Mertens. Bislang empfiehlt die Stiko die Auffrischungsimpfung etwa für Menschen ab 70.

Corona-Impfungen in Deutschland: Diskussion um Betrieb von Impfzentren

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Rheinischen Post: „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen.“ Er riet den Ländern erneut dazu, in einem ersten Schritt alle Über-60-Jährigen schriftlich einzuladen.

Im Impfzentrum oder beim Hausarzt? Die Debatte zu „Booster“-Impfungen nimmt an Fahrt auf. (Symbolbild)

Montgomery bezeichnete diesen Vorschlag als falsch. „Impfzentren waren am Anfang nötig, weil es zu wenig Impfstoff gab und die Lagerung der Dosen kompliziert war“, erklärte der Weltärzte-Chef. Er forderte, die Booster-Impfungen bei niedergelassenen Ärzten zu machen. Impfzentren seien zehnmal so teuer wie das Impfen in den Arztpraxen. Außerdem sei die Hemmschwelle für viele Menschen beim Hausarzt deutlich niedriger.

Ein Impfzentrum sei „keine Taschenlampe“, die je nach Stimmungslage aus- und wieder angeknipst werden könne, heißt es auch in einem Schreiben des Deutschen Städtetags an die Gesundheitsminister der Länder, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Strukturen seien verändert, Flächen anderweitig genutzt und Personal umgeschichtet worden. Ein derartiger Richtungsumschwung sei nicht nachvollziehbar. „Auch in der Pandemie braucht es ein Mindestmaß an Kalkulierbarkeit von Entscheidungen“, mahnte der Städtetag. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

 

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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