DDR-Jugendheime: Weitere Opfer klagen an

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Das Foto eines Jugendlichen ist hinter einem Fenster des ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhofes Torgau in der heutigen Gedenkstätte in Torgau zu sehen (Archivbild).

Torgau - Nach Bekanntwerden von Misshandlungsfällen im DDR-Jugendwerkhof Torgau in Sachsen haben sich weitere Betroffene gemeldet.

Wie die Leiterin der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, Gabriele Beyler, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, stieg die Zahl der Opfer, die von Übergriffen und Misshandlungen berichteten, auf mehr als 30. Auch aus Spezialkinderheimen aus den sächsischen Orten Meerane, Eilenburg, Leipzig sowie aus Pretzsch in Sachsen-Ahalt berichteten Betroffene nach Angaben der “Berliner Zeitung“ (Samstag) von sexuellen Misshandlungen.

In etlichen DDR-Kinderheimen soll es Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben haben, die sogar in Akten notiert wurden. “Es gibt in Stasi-Unterlagen Hinweise darauf“, hatte Beyler berichtet. Sie geht davon aus, dass sich in nächster Zeit noch mehr ehemalige Insassen melden. Auch das Interesse der Öffentlichkeit steige. In der Gedenkstätte gebe es deutlich mehr Besucher.

Eine Anstalt wie der Geschlossene Jugendwerkhof war nach Beylers Worten einzigartig in der DDR. “Torgau war die Endstation und wurde wie ein Gefängnis geführt.“ Eine 52 Jahre alte Frau hatte am Freitag der dpa ihre in dem geschlossenen Heim erlittenen Qualen geschildert. Sie sei auch von einem der Mitarbeiter und dem damaligen Leiter vergewaltigt worden.

Insgesamt existierten in der DDR 474 staatliche Kinderheime. Davon waren 38 sogenannte Spezialkinderheime und 32 Jugendwerkhöfe, in denen jene Kinder verwahrt wurden, die als schwer erziehbar und verhaltensauffällig galten.

dpa

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