Deutschlands beste Lehrerin setzt auf "Alltags-Beispiele"

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Die Lehrerin für die Fächer Chemie, Physik, Naturwissenschaft und Technik am Carl-Benz-Gymnasium Ladenburg in Baden-Württemberg, Dahlia Fischer, bei der Preisverleihung des Klaus-von-Klitzing-Preises in Oldenburg.

Oldenburg - Viele Experimente und immer ein Bezug zum Alltag - so begeistert Dahlia Fischer ihre Schüler für Naturwissenschaften.  Das funktioniert so gut, dass die Pädagogin jetzt so etwas wie die Note 1 bekommen hat:

Deshalb ist sie jetzt als Deutschlands beste Lehrerin für diese Fächer ausgezeichnet worden.

Für ihr Engagement erhält die 46-Jährige vom Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg (Baden-Württemberg) gemeinsam mit einem Kollegen aus Schleswig-Holstein den diesjährigen Klaus-von-Klitzing-Preis. Wie Fischer die Neugier der Schüler für Physik, Chemie oder Technik weckt, erläutert sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Wie gelingt es Ihnen, Schüler für Naturwissenschaften zu begeistern?

Fischer: “Ich bin selbst sehr begeistert von der Natur und von der Wissenschaft, mit der man Alltagsphänomene erklären kann. Diese Begeisterung teile ich gerne mit anderen. Deshalb versuche ich immer Beispiele aus dem Alltag in meinem Unterricht einzubringen. Dadurch haben die Schüler einen Bezug zu dem, was sie lernen.“

Wie sieht das konkret aus?

Fischer: “Als es in einer Einheit um Geschwindigkeit ging, haben wir den Autotacho als Beispiel herangezogen. Bei der Wiederholung in der darauffolgenden Stunde nieste auf einmal ein Mädchen. Da habe ich die Schüler gefragt: “Was meint Ihr, wie schnell die Tröpfchen beim Niesen sind?“ Und dann hat die Klasse eine Viertelstunde voll konzentriert überlegt, wie man die Geschwindigkeit der Mikrotropfen messen kann. Es war für sie toll zu sehen, dass sie das im Physikunterricht Gelernte auch für Alltagsphänomene verwenden können.“

Sind die naturwissenschaftlichen Fächer nach wie vor von Jungen dominiert oder holen die Mädchen auf?

Fischer: “Dass Mädchen viel weniger Interesse an Naturwissenschaften haben, ist ein gesellschaftliches Bild, das sich über Jahrzehnte geprägt hat. Das hat sich aber gewandelt. In meinen Fächern merke ich da keinen Unterschied. Die Schüler kommen meist mit einer natürlichen Neugier in den Unterricht - und wenn man sie von da mitnimmt und noch weiter fesselt, kann man ihnen die Angst vor den Naturwissenschaften nehmen.“

Liegt es vielleicht daran, dass Sie als Frau einen besseren Zugang zu den Schülerinnen haben?

Fischer: “Genau das wurde mir gesagt, als ich vor sechs Jahren im Referendariat anfing. Ein Kollege meinte, dass ich vielmehr Mädels begeistern werde können. In meinem Unterricht habe ich aber keinen Unterschied gemerkt. Die Mädchen beteiligen sich genauso häufig wie die Jungs. Auch in den Neigungsfächern Physik und Chemie sitzen ungefähr gleich viele Jungen und Mädchen.“

dpa

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