Fakten über das Virus

Entwarnung: Wohl kein Ebola-Fall in Berlin

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Mit Mundschutz vor dem Jobcenter: Polizisten in Berlin-Pankow
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Berlin - Ein Ebola-Verdachtsfall hat am Dienstag in Berlin für große Aufregung gesorgt. Erst am Nachmittag gab es dann Entwarnung. Doch wie groß ist die Gefahr in Deutschland?

Die möglicherweise an Ebola infizierte Frau (30) aus Westafrika, die in einem Berliner Jobcenter zusammenbrach, wird nun isoliert untersucht und behandelt. Sie befindet sich in der Sonderisolierstation am Virchow-Klinikum und berichtete, dass mit mit Ebola-Infizierten in ihrer Heimat Kontakt hatte! Es wäre der ersten Ebola-Fall in Deutschland.

Polizisten, Ärzte und Sanitäter trugen Schutzanzüge und Mundschutz am Ort des Geschehens, einem Jobcenter in Berlin-Pankow. Laut dem Nachrichtensender n.tv kann eine "vorsichtige Entwarnung" gegeben werden, weil sich die Frau nach ersten Erkenntnissen zwar in Westafrika aufhielt, nicht aber in einem Land, in dem bislang Ebola-Fälle auftraten. Die Ergebnisse der Bluttests standen aber auch am frühen Abend noch aus.

Fotostrecke: Ebola-Verdacht in Berlin

Ebola-Verdacht in Jobcenter in Berlin-Pankow

Besteht die Gefahr einer Ausbreitung des Virus in Deutschland? Das müssen Sie über die Krankheit wissen:

1. Woher stammt das Virus?

Erstmal trat das Ebola-Virus 1976 auf, im heutigen Kongo am Fluss Ebola - daher der Name. Einige Forscher gehen davon aus, dass es über den Verzehr von Schimpasenfleisch auf den Menschen überging. Andere gehen von einer Übertragung durch Flughunde (große Fledermäuse) aus.

2. Wie steckt man sich an?

Ebola wird von Mensch zu Mensch im direkten Kontakt übertragen. Über Blut sowie andere Körperflüssigkeiten und Hautkontakt, auch über Gegenstände, etwa infizierte Spritzen und OP-Besteck. Eine Ansteckung bei Toten ist ebenfalls möglich. Die Viren breiten sich über den Blutkreislauf im Körper aus. Mit einem Bluttest kann überprüft werden, ob ein Mensch infiziert wurde. Die Auswertung dauert mehrere Stunden.

3. Was sind die Symptome?

Die Symptome sind grippeähnlich. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome, der sogenannten Inkubanationszeit, kann es zwei bis zu 21 Tagen dauern. Meist treten die Symptome nach acht bis zehn Tagen auf. Zu ihnen zählen Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein schmerzender Rachen. Dann folgen Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag und innere Blutungen, die auch zu einem blutigem Stuhlgang und blutigem Erbrechen führen. Die Infizierten sterben meist in der zweiten Krankheitswoche an multiplem Organversagen.

4. Was würde mit einem Infizierten in Oberbayern passieren?

Sollte in unserer Region ein Ebola-Fall auftreten, würde der Infizierte in der Sonderisolierungsstation im Schwabinger Krankenhaus behandelt werden. Es ist eine von sieben Sonderisolierungsstationen in Deutschland.

5. Gibt es kein Gegenmittel?

Einen Impfstoff gibt es nicht. Ein aussichtsreiches Medikament vom US-Pharmaunternehmen Tekmira ("ZMapp") wurde in den letzten Wochen schon eingesetzt, ist aber noch nicht abschließend geprüft und somit noch nicht "marktreif". Die WHO ist für einen experimentellen Einsatz des Mittels. Zwei US-Amerikanern, denen ZMapp verabreicht wurde, überleben. Ein in Spanien mit dem Mittel behandelte Patient, ein 75-jähriger Geistlicher, starb jedoch.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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