Eltern eines behinderten Kindes überfordert: Mord und Selbstmord

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Familientragödie in Düsseldorf: Die Eltern eines schwerbehinderten Kindes wussten nicht mehr weiter.

Düsseldorf - Eine ganze Kleinfamilie ist ausgelöscht: Die Tragödie um ein Kind mit Down-Syndrom aus Düsseldorf wirft ein Schlaglicht auf die Nöte der Eltern von behinderten Kindern.

Die Düsseldorfer Eltern hatten zuerst ihren schwerbehinderten vierjährigen Sohn und dann sich selbst getötet. In der Wohnung wurde neben den Leichen ein vom Paar gemeinsam verfasster Abschiedsbrief gefunden. Aus ihm geht hervor, dass die Eltern mit der schweren Krankheit ihres Kindes nicht zurechtkamen und keinen anderen Ausweg für sich und das Kind sahen. Bei den Eltern handelte es sich um einen 44 Jahre alten Diplom-Ingenieur und seine 27 Jahre alte Ehefrau.

“Warum war die Verzweiflung eines Ehepaars so groß, dass es für sich und sein schwerbehindertes Kind nur den Tod als Ausweg sah? Und das, obwohl es in Deutschland ein dichtes Netz an Hilfen gibt“, fragte die Vizevorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Prof. Jeanne Nicklas-Faust. Sie kritisierte: “Zuständige Ämter leisten oft zu wenig Unterstützung. Eltern müssen sich mühsam das Wissen über ihre Leistungsansprüche zusammensuchen und anschließend nicht selten um ihr gutes Recht kämpfen.“

Lebenshilfe-Vertreterin Nicklas-Faust wies Eltern ausdrücklich auf das Netzwerk von Selbsthilfe-Organisationen hin, die im Gegensatz zu vielen Ämtern Hilfe böten. “Nach schwierigen Anfangsjahren empfinden viele Eltern das Leben mit ihrem behinderten Kind als glücklich, auch wenn der Alltag oft anstrengend ist.“ Nicklas-Faust machte die Gesellschaft für die Tragödie mitverantwortlich: “Viele Eltern, deren Kinder das Down-Syndrom haben, müssten sich Sätze anhören wie: “Das hätte doch nicht sein müssen. Dafür gibt es heute doch vorgeburtliche Untersuchungen.““ Die Lebenshilfe-Vertreterin betonte: “Familien mit behinderten Kindern brauchen unsere Solidarität.“

dpa

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