Endloser Streit um Lottogewinn

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Hildesheim - Ein Millionen-Gewinn beim Lotto hat drei Arbeitskollegen aus Hildesheim nichts als Ärger gebracht - und ein Ende des Streites um die 1,7 Millionen Euro ist nicht in Sicht.

Das wurde am Donnerstag im Landgericht Hildesheim deutlich. Zwar will Richter Michael Meyer-Lamp am 6. Januar entscheiden, ob der Gewinn unter allen drei Monteuren geteilt werden muss oder ob das Geld doch nur zweien von ihnen gehört. Doch für den Richter steht schon fest, dass seine Entscheidung nicht das letzte Wort sein wird: “Das geht in die nächste Instanz.“ An das Geld kommt derzeit keiner der drei, die Konten sind gesperrt, solange der Rechtsstreit nicht entschieden ist.

Treibende Zocker-Kraft war ein kräftiger Monteur mit kurzem Stoppelschnitt. “Er war richtig verrückt danach. Manchmal war ich wirklich böse auf ihn, weil das ja auch Geld kostete“, sagte die Ehefrau. Er organisierte das Spiel der Kollegen, gab die Scheine in der Lottoannahmestelle ab, sammelte Geld ein und zahlte Gewinne aus. “Wir haben ihm vertraut“, sagte ein ehemaliger Kollege, der nur hin und wieder mitspielte und am Donnerstag als Zeuge aussagte.

Nun stehen der Initiator und ein Kumpel in Verdacht, einen dritten Mitspieler ausgebootet zu haben, als am 2. Juli 2008 tatsächlich mit dem “Super Ding 2008“, einer speziellen Lotto-Spielvariante, der große Geldregen kam. Was nach der Ziehung der richtigen Zahlen passierte, darüber gehen die Schilderungen auseinander.

Der eventuell ausgebootete Kollege beruft sich auf Telefonate und SMS vom selben Abend und hatte am ersten Verhandlungstag im Mai betont, auch er habe mitgespielt. “Ich habe nach der Schicht 21 Euro bezahlt für das Superding“, hatte er vor sieben Monaten zum Auftakt der Zivilverhandlung gesagt. Dagegen behaupteten die beiden anderen, sie hätten sich spontan zusätzlich zwei Scheine gekauft, an denen der Kollege gar nicht beteiligt gewesen sei. Am Donnerstag sagten die drei Streithähne nichts zur Sache.

Klar wurde nur: Es gab in den Tippgemeinschaften wechselnde Teilnehmer; mal bezahlten die Kollegen vor Abgabe des Scheines, mal hinterher ihren Obolus; mal bekamen sie eine Kopie der Spielquittung, mal auch erst später oder gar nicht; mal wussten sie, wer noch mitmachte, mal nicht. Und so richtig Ahnung oder den Überblick hatte anscheinend niemand.

Am Donnerstag hörte das Gericht sieben Zeugen, die den verworrenen Streit aber kaum klären konnten. Von einem Vergleich wollten die drei Streithähne nach wie vor nichts wissen - Richter Meyer-Lamp hatte vorgeschlagen, dass die beiden unstreitigen Gewinner je rund 670 000 Euro erhalten sollten, der dritte sich ausgebootet fühlende Kollege sollte etwa 395 000 bekommen. Nun werden sich die drei Kollegen am 6. Januar wiedersehen, wenn das Gericht seine Entscheidung verkündet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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