Keine Hoffnung mehr - Sohn wohlauf

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Nachterstedt - Der 22-jährige Manuel aus Nachterstedt, dessen Verbleib nach dem verheerenden Erdrutsch unklar war, ist wohlauf. Für die drei Vermissten gibt es keine Hoffnung mehr. Die Nachbarn sind fassungslos.

Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Der taubstumme Mann meldete sich am Sonntagvormittag bei den Einsatzkräften in Nachterstedt. Bisher war unklar, ob er sich in dem Doppelhaus aufgehalten hatte, das am Samstag von dem Erdrutsch im östlichen Harzvorland in einen Tagebausee mitgerissen wurde

Die Hoffnung, das seit Samstag vermisste Ehepaar und den Mann lebend zu finden, sind gewschwunden. Die Bergungskräfte seien damit beschäftigt, das Gelände am Unglücksort zu sichern, um weitere Erdrutsche zu verhindern, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit. Die Vermissten waren die Bewohner eines Doppelhauses, das von dem Erdrutsch an einem Tagebausee im Harzvorland mitgerissen wurde.

Der Einsatz einer Wärmebildkamera hatte keinerlei Hinweise auf Menschen unter den Schlammmassen ergeben.

Am Sonntag erklärten die Behörden Nachterstedt und Umgebung zum regionalen Katastrophengebiet. Das teilte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) mit, der sich beim Krisenstab über die Lage informierte und das Gebiet bei einem Rundflug besichtigte. Bei der Pressekonferenz am Nachmittag klagte ein Betroffener: “Wir haben nur noch das, was wir am Leibe tragen.“ Eine Frau sorgte sich um ihre Katze, die sich noch im Haus im gesperrten Gebiet befinde. Der Bürgermeister verteilte Gutscheine unter den rund 40 Evakuierten, die bei Verwandten und in Ferienwohnungen untergebracht wurden.

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg leitete ein Ermittlungsverfahren ein wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Wer für den Erdrutsch zur Verantwortung gezogen werden kann, steht allerdings noch nicht fest. Möglicherweise hängt das Unglück mit der Flutung des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus zusammen.

Mehr als 40 Anwohner konnten daher die Nacht nicht in ihren Häusern verbringen. Am Samstagmorgen waren ein Wohnhaus und eine ganze Straße in einem Krater von 500 Metern Durchmesser verschwunden und schließlich in einem nahegelegenen Tagebausee versunken.

Erdrutsch: Haus in See versunken

Lesen Sie dazu auch die Geschichte der Anwohner:

Versunkenes Haus: Keine Hoffnung mehr für Vermisste

Und die übrigen Meldungen:

Versunkenes Haus: Kaum Hoffnung für Vermisste

Alte Stollen schuld am Erdrutsch?

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Deutschland

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser