Polizei fasst mutmaßlichen Pooth-Erpresser

Verona und Franjo Pooth.

Düsseldorf - Ein 25-jähriger Kölner hat versucht, Verona Pooths Ehemann Franjo zu erpressen. Doch der Plan schlug fehl.

Der 25-jährige Medizinstudent hat Unterlagen über angebliche Schwarzgeldkonten von Verona Pooths Mann gefälscht und einen fünfstelligen Betrag von ihm gefordert. Der Mann wurde am Dienstag bei einem Treffen mit Pooths Anwalt festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Düsseldorf mitteilten. Das Motiv sei “chronischer Geldmangel“ gewesen.

Als potenzielle Opfer hatte der Student demnach auch Prominente wie Boris Becker und Klaus Zumwinkel im Visier. Der 25-Jährige gab laut Polizei vor, er kenne die Person, die Pooth schaden wolle - und könne dies verhindern. Als Gegenleistung forderte er einen “Studienkredit“ von rund 30.000 bis 60.000 Euro. Pooths Anwalt traf sich daraufhin in Köln mit dem Studenten, der die gefälschten Unterlagen mitbrachte.

Sexy Verona Pooth - Bilder ihrer Karriere

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Für die Papiere habe der Mann zahlreiche Daten und ein Foto Pooths aus dem Internet geladen, sagte Kriminalhauptkommissar Jörg Rütten. Er habe sogar einen falschen amtlichen Stempel im Netz ersteigert, “um die Sache glaubwürdiger zu machen“. Auf ein Zeichen des Anwalts hätten Zivilfahnder eingegriffen und den Mann festgenommen, sagte Rütten und bestätigte damit den entsprechenden Bericht der “Bild“-Zeitung.

Student gab in seiner Vernehmung alles zu

“Die Festnahme verlief unspektakulär“, sagte Rütten weiter. Der 25-Jährige habe in seiner Vernehmung zunächst “eine Räuberpistole erzählt“, sei aber schnell eingeknickt und habe alles zugegeben. Demnach hatte er vergeblich versucht, die gefälschten Unterlagen mit Daten zu Prominenten an Medien zu verkaufen. Dazu habe er sich als Mitarbeiter einer luxemburgischen Privatbank ausgegeben. “Als das nicht richtig lief, ist er eben auf die andere Sache verfallen“, sagte Staatsanwalt Johannes Mocken.

Dem 25-Jährigen werden Urkundenfälschung, versuchte Erpressung und versuchter Betrug vorgeworfen. Er befinde sich jedoch wieder auf freiem Fuß, da keine Fluchtgefahr bestehe, sagte Mocken. Zur Einschätzung der Tat erklärte der Staatsanwalt, der Mann habe “das Internet recht virtuos benutzt“. Dennoch seien die Pläne von Beginn an zum Scheitern verurteilt gewesen: “Er hat sich eigentlich sehr ungeschickt angestellt.“ So habe der 25-Jährige beim Fälschen eines Kontoauszuges vermerkt, Pooth habe auf einem Konto auf den Bermudas ein Guthaben von 82 Millionen Euro. “Er hat das Ganze etwas überzogen.“ 

Es ist nicht der erste Ärger für Franjo Pooth wegen eines Betrugs- und Erpressungsversuches. Im März sagte der Unternehmer vor dem Düsseldorfer Landgericht gegen einen 57-jährigen Aachener aus, der versucht haben soll, von der Pleite seiner Firma Maxfield zu profitieren. Der Mann behauptete laut Anklage, er vertrete eine an Maxfield interessierte US-Investorengruppe. Dafür verlangte er nach Pooths Aussage ein Vermittlungshonorar von 250.000 Euro. Als der Deal scheiterte, soll er versucht haben, die Sparkasse Düsseldorf zu erpressen. Der Prozess ist seit Mai wegen des Gesundheitszustandes des Angeklagten vorläufig ausgesetzt.

Pooth selbst war nach der Maxfield-Pleite unter anderem wegen Bestechung und fahrlässiger Insolvenzverschleppung per Strafbefehl zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem verhängte das Düsseldorfer Amtsgericht eine Geldauflage von 100.000 Euro. In einem am selben Tag abgeschlossenen Zivilverfahren verurteilte das Landgericht Düsseldorf Pooth zur Zahlung von einer Million Euro an die Stadtsparkasse Düsseldorf. Er hatte sich verpflichtet, für Verbindlichkeiten seines Unternehmens bis zu einem Betrag von 8,5 Millionen Euro mit seinem Privatvermögen zu haften.

ap

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