Ex-Freundin aufgelauert und erstochen

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Hamburg - Aus Wut, Rache und Eifersucht soll der 41-jährige Suat G. am 25. März seine Exfreundin in Hamburg erstochen haben, nachdem sie ihn wegen Bedrohung angezeigt hatte.

Zu Beginn des Mordprozesses vor dem Hamburger Landgericht kündigte die Verteidigung am Donnerstag ein Geständnis des Angeklagten an. Er hatte sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Suat G. die Trennung von der 41-jährigen Nicole B. nach dreijähriger Beziehung nicht verkraftet. Am 14. März lauerte er ihr in einem Gasthaus auf und entriss ihr das Handy, um die SMS von einem vermeintlichen neuen Freund zu lesen. Nach einer zweiten Nötigung erstattete Nicole B. Anzeige gegen Suat G. Das Gericht erließ eine Gewaltschutzanordnung, wonach sich der Mann nicht mehr seiner früheren Partnerin nähern durfte. Am 25. März soll er ihr im Parkhaus einer Saunalandschaft im Stadtteil Bahrenfeld aufgelauert haben. Nicole B. stieg dort gegen 17.00 Uhr nach der Arbeit in einem Fitnessstudio in ihr Auto. Vor dem Fenster des Toyota sei dann plötzlich ihr Exfreund aufgetaucht, wie der Staatsanwalt sagte. “Dann schlug er das Fenster ein, riss die Tür auf und stach mit einem Messer und großer Kraft mehrmals auf sie ein.“ Nicole B. starb noch auf dem Autositz an ihren schweren Verletzungen.

Ein Kollege des Fitnessstudios fand sie blutüberströmt in ihrem Auto, nachdem ein Besucher ihm über die eingeschlagene Scheibe berichtet hatte. Etwa zwei Wochen nach der Tat und einer umfassenden Fahndung der Polizei, die auch die Videobänder aus dem Parkhaus auswertete, nahmen Beamte den Exfreund des Opfers fest.

Nein, das war kein Mord“, sagte Verteidiger Siegfried Schäfer nach dem ersten Verhandlungstag. “Es war eine Beziehungstat, die aus dem Affekt heraus geschehen ist.“ Der Angeklagte habe gegenüber dem psychologischem Gutachter bereits ein volles Geständnis abgelegt, das in den Prozess eingebracht werden soll. Schäfer will auf Totschlag plädieren: “Meiner Rechtsauffassung nach ist eine zügige Freiheitsstrafe das hier richtige Ergebnis.“ Die drei Schwestern des Opfers folgten der Verlesung der Anklage teilweise unter Tränen. Nächster Verhandlungstag ist der 8. Oktober.

AP

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