Experte: Organspende darf nicht bezahlt werden

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Organspenden muss weiterhin absolut freiwillig bleiben, sagt die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

Berlin - In der Diskussion um die Werbung von mehr Organspendern hat sich die Deutsche Stiftung Organtransplantation klar gegen jegliche finanzielle Zahlungen ausgesprochen.

“Organspende muss weiterhin völlig freiwillig bleiben - in diesem Bereich darf man keine Kommerzialisierung einführen“, sagte der Medizinische Vorstand der Stiftung, Günter Kirste, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa anlässlich des zehnten Internationalen Organspendekongresses von diesem Montag an in Berlin. “Sonst laufen wir auch Gefahr, dass sich nur noch Reiche Organe beschaffen können und Arme nicht.“ Bei dem Kongress, der dieses Jahr zum ersten Mal in Deutschland stattfindet, treffen sich bis zum Mittwoch mehr als 700 Transplantationsmediziner aus mehr als 60 Ländern. Dabei wird auch die Kommerzialisierung der Organspende ein Thema sein. Ein solcher Schritt wäre nach Ansicht von Kirste jedoch ein falsches Signal. “Alle diejenigen, die derzeit freiwillig Organe spenden, würden durch eine Kommerzialisierung abgeschreckt werden“, sagte er. “Auch deswegen sind Forderungen nach einer Kommerzialisierung zu kurzfristig gedacht.“

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wachsen derzeit weltweit die Wartelisten. Damit steige auch die Aussichtslosigkeit vieler Patienten, rechtzeitig ein passendes Spenderorgan zu erhalten. In der EU beispielsweise wurden 2008 zwar rund 27 800 Organe transplantiert - knapp 63 300 Menschen standen Ende des vergangenen Jahres trotzdem noch auf den Wartelisten. Auch in Deutschland ist der Mangel an Spenderorganen laut Kirste weiter “dramatisch“. Nur etwa einem Drittel der bundesweit 12 000 auf ein Organ wartenden Patienten könne jährlich geholfen werden.

Gespräch: Aliki Nassoufis, dpa

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