Fall Corinna: Staatsanwalt fordert lebenslang 

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Für den kaltblütigen Mord an der neunjährigen Corinna aus dem sächsischen Eilenburg soll ein 39-Jähriger nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang in Haft.

Leipzig - Für den kaltblütigen Mord an der neunjährigen Corinna aus dem sächsischen Eilenburg soll ein 39-Jähriger nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang in Haft.

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Staatsanwalt Ulrich Jakob beantragte am Dienstag im Landgericht Leipzig außerdem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Auch der Verteidiger des Eilenburgers, Stefan Costabel, plädierte für lebenslang, lehnte die Feststellung der besonderen Schwere aber ab. Sein Mandant sei weder pädophil noch ein notorischer Gewalttäter. “Er ist ein ganz armes Schwein“, sagte Costabel. Der Angeklagte ergriff nach den Plädoyers die letzte Chance, sich in dem Prozess selbst zu äußern. Unter Tränen las er einen Text vom Blatt ab. “Ich bereue zutiefst“, sagte er. Er habe bisher nicht versucht, sich bei Corinnas Mutter zu entschuldigen, weil er nicht wisse, wie. “Wie soll ich der Mutter mitteilen, wie sehr es mir leidtut und wie sehr ich die Tat bereue?“, fragte er. “Ich habe nicht den Mut dazu.“ Er habe das Mädchen nicht töten wollen.

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Anklagevertreter Jakob bescheinigte dem 39-Jährigen dagegen eine “große Kaltblütigkeit“. Er habe in der Schülerin nicht einen Menschen gesehen, sondern nur ein Objekt. Der arbeitslose Alkoholiker sei an jenem 28. Juli 2009 seinem Sex-Trieb gefolgt und habe sich abreagieren wollen. Er sei dann auf Corinna gestoßen, die zum Spielen nach draußen gegangen war. “Sie haben das Kind gesehen, es hat Sie überkommen“, sagte Jakob zu dem Angeklagten. Der 39-Jährige lockte die Neunjährige auf sein verwildertes Gartengrundstück, schaltete dort in einem Bauwagen einen Zeichentrickfilm an - und wollte das Kind sexuell missbrauchen. Als Corinna sich wehrte, würgte er sie solange, bis sie sich nicht mehr regte. Noch danach verging er sich an dem Mädchen. Das Urteil soll am Mittwoch gesprochen werden.

dpa

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