Fast 1500 Motorradrocker trauern um Kumpanen

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Gelsenkirchen - Aus ganz Europa angereiste Motorradrocker gaben einem erschossenen Kumpanen das letzte Geleit.

Ein martialisches Bild bietet sich am Samstag auf dem Gelsenkirchener Hauptfriedhof. Hunderte chromglänzende Motorräder mit breiten Reifen reihen sich neben den Grabstätten auf. In schwarzer Motorradkluft füllen sie den gesamten Platz vor der Trauerhalle, an der ein riesiges Plakat des getöteten Mitglieds der Rockerbande Bandidos prangt. Aufmerksam beobachtet die Polizei die Beerdigungszenerie.

Der 32-jährige “Eschli“ war am 8. Oktober von einem Profi-Kampfsportler in der Nähe des Duisburger Clubhauses erschossen worden. Hintergrund der Tat soll nach Ermittlungen der Polizei ein Streit um eine Frau sein. Der Täter soll mit der rivalisierenden Rockerbande Hells Angels sympathisieren.

Mit Lautsprechern wird die einstündige Trauerfeier ins Freie zu den dort stehenden und rauchenden Rockern übertragen. Einige der harten Männer brechen in Tränen aus. Nach den Worten des Pfarrers schallt deutsche Rockmusik mit dem Böhse Onkelz-Song “Nur die Besten sterben jung“ und Bonnie Tylers “Hero“ über den Friedhof. Stumm schließen sich die vielen Bandidos-Mitglieder schließlich dem Trauerzug zum Grab an. Blumen tragen nur wenige in ihren Händen.

Schon vor der Beisetzung erwiesen die Bandidos ihrem langjährigen Mitglied “Eschli“ auf ihre Weise das letzte Geleit: mit einem Korso auf ihren Feuerstühlen vom Tatort in Duisburg über die Autobahn zum Friedhof in Gelsenkirchen.

Die gelb-roten Bandidos-Aufnäher auf den schweren Lederjacken der Trauergäste verraten, dass die Mitglieder sogar vom Mittelmeer und aus Skandinavien ins Ruhrgebiet gekommen sind. Zugleich lockt die Trauerfeier offenbar auch Motorradfreunde an, die vor allem einen Blick auf die schweren Maschinen der Bandidos werfen wollten.

Mit tiefem Brummen setzen sich die Motorräder wieder in Bewegung. Mehr als 150 Rocker rollen mit Polizeibegleitung zu einer gemeinsamen Trauerfeier in Gelsenkirchen.

dpa

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