Flugschau-Unfall: Pilot schon einmal verunglückt

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Flugschau-Unglück: Pilot und Maschine hatten 2002 schon einmal einen Unfall beim Start.

Lillinghof - Der Pilot der Unglücksmaschine von Lillinghof soll Medienberichten zufolge bereits mehrfach abgestürzt sein. Nach dem tödlichen Unfall vom Wochenende ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Der tödliche Zwischenfall bei der Flugschau in Schnaittach-Lillinghof ist Medienberichten zufolge nicht der erste Unfall des Piloten gewesen. Die "Frankfurter Rundschau" und die "Bild"-Zeitung berichteten am Mittwoch, dass der 68-Jährige schon 2000 und 2002 mit dem gleichen Flugzeugtyp - einem Oldtimer vom Typ "Tiger Moth" - abgestürzt sei. Gegen den Piloten aus dem hessischen Gelnhausen, der den Unfall vom Sonntag mit einem Schock überstand, wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt.

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Der Polizei zufolge hat er sich bislang nicht geäußert. Offizielle Bestätigungen waren am Mittwoch nicht zu erhalten. Laut Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hatte dasselbe Flugzeug 2002 einen Unfall und sei danach repariert worden. "Bei der letzten Jahresnachprüfung - dem TÜV für Flugzeuge - ist die Maschine im Juni 2010 aber für lufttüchtig befunden worden", sagte ein Sprecher.

Zu dem Piloten wollte er sich ebenso wenig äußern wie die Polizei in Mittelfranken und das für die Luftaufsicht in Gelnhausen zuständige Regierungspräsidium Darmstadt. Laut "Bild" musste der Pilot 2000 notlanden, nachdem er im hessischen Klein-Welzheim eine Hochspannungsleitung gestreift hatte. Am Neujahrstag 2002 stürzte er beiden Zeitungen zufolge kurz nach dem Start auf dem Flugplatz in Gelnhausen ab. Ursache war damals ein technischer Defekt. In der öffentlichen Datenbank des BFU heißt es: "Kurz nach dem Abheben trat eine Triebwerksstörung auf. Der Pilot flog eine Umkehrkurve und landete auf einer nicht mehr genutzten Bahn mit weichem Boden. Das Flugzeug überschlug sich."

Bei der Flugschau auf dem Flugplatz Lillinghof war die "Tiger Moth" am Sonntag beim Start ausgebrochen und ins Publikum gerast. Dabei wurde eine 46-jährige Frau getötet und 38 Personen zum Teil schwer verletzt.

dpa

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