Müntefering bei Flugzeugunfall an Bord

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Franz Müntefering lässt sich von der Notlandung in Stuttgart nicht aus der Bahn werfen. Kurz danach war er bei einem Fassanstich zusammen mit der SPD Bundestagsabgeordneten Ute Kumpf.

Stuttgart - Auf dem Stuttgarter Flughafen hat es am Montagmorgen einen Flugzeugunfall gegeben. An Bord der Maschine vom Typ Fokker 100 war SPD-Chef Franz Müntefering.

Die Fluglinie Contact Air hat den Unfall auf ihrer Website bestätigt. Danach ist Flug LH 288 von Berlin/Tegel nach Stuttgart mit nur teilweise ausgefahrenem Hauptfahrwerk um 10.49 Uhr auf einem Schaumteppich in Stuttgart gelandet. Es kam zu einem erheblichen Funkenflug. Das Flugzeug war um 8.44 Uhr in Berlin gestartet. Nach  Berichten sind bei der Landung keine Fluggäste ernsthaft verletzt worden; sie konnten das Flugzeug selbstständig verlassen. Eine Flugbegleiterin zog sich leichte Verletzungen zu. Mehrere Fluggäste erlitten einen Schock. Die Insassen hatten das Flugzeug über den Notausgang mit Rutschen verlassen müssen.

Bilder vom Unfallort

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Hier sehen Sie ein Video der Notlandung auf dem Stuttgarter Flughafen

Das 13 Jahre alte zweistrahlige Düsenflugzeug war auf dem Weg von Berlin-Tegel nach Stuttgart. Dort wollte SPD-Chef Franz Müntefering an einer Wahlkampfkundgebung teilnehmen - zu der er trotz des Zwischenfalls ohne Pause hinfuhr. In einem Festzelt im Stadtteil Feuerbach hielt er eine Rede und ließ sich mit Wahlkampfhelfern und einer Trachtengruppe fotografieren. Müntefering war noch etwas blass im Gesicht, ließ sich aber vom Bad in der Menge nicht abhalten. Und auf den Schock bei der Notlandung nahm Münte einen großen Schluck aus einer Mass Bier.

Bei der Landung zog das Flugzeug einen Feuerschweif hinter sich her.

„Es war eine ernste, sehr ernste Situation. Wir sind lange gekreist, haben den Anflug versucht und mussten dann notlanden“, sagte der 69-Jährige nach der Ankunft auf dem Flughafen. „Alle im Flugzeug waren sehr diszipliniert. Unser großer Dank gilt dem Kapitän, der eine Meisterleistung hingelegt hat, und seiner Crew, die die Situation professionell gehandhabt hat“, hieß es in der Erklärung Münteferings. Weiter sagte er: „Das reicht einmal im Leben. Man guckt schon auf die Welt und findet sie gut.“ 

“Unser Dank gilt dem Kapitän, der eine Meisterleistung hingelegt hat, und seiner Crew, die die Situation professionell gehandhabt hat“, sagte Müntefering. Die Landung sei “sanfter als auf Rädern“ gewesen. Flugangst habe er jetzt nicht, versicherte der SPD- Politiker. Er werde am Abend wieder in einem Flugzeug zum nächsten Wahlkampfauftritt sitzen.

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Der Flugbetrieb am Stuttgarter Flughafen wurde nach dem Zwischenfall für mehrere Stunden eingestellt. Erst vier Stunden nach der Notlandung hat der Stuttgarter Flughafen wieder einzelne Starts kleinerer Maschinen freigegeben. Dazu werde ein parallel zur Start- und Landebahn verlaufender Rollweg genutzt, teilte der Airport am Montagnachmittag mit.

Fast acht Stunden nach der Notlandung lief der Betrieb am Montagabend wieder normal. Wie der Flughafen weiter mitteilte, waren wegen der Sperrung der Rollbahn rund 90 Flüge ausgefallen. Für den Folgetag seien keine Auswirkungen zu erwarten. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte das Nachtflugverbot gelockert, damit Verspätungen abgebaut werden konnten. Bei der Notlandung wegen Fahrwerkstörungen war ein Passagier leicht verletzt worden.

dpa/ap/mm

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