Gelowicz schloss Selbstmordanschlag aus

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Der mutmaßliche Anführer der Sauerland-Gruppe, Fritz Gelowicz, hat einen Selbstmordanschlag für sich immer ausgeschlossen.

Düsseldorf - Fritz Gelowicz, der mutmaßliche Anführer der Sauerlandgruppe, schloss einen Selbstmordanschlag für sich immer aus. Er sei nicht scharf darauf gewesen, zu sterben, sagte er.

Der mutmaßliche Anführer der Sauerland-Gruppe hat einen Selbstmordanschlag für sich immer ausgeschlossen. “Es ist nicht so einfach, sich selbst in die Luft zu sprengen“, sagte Fritz Gelowicz am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. “Dazu gehört schon Überwindung.“ Ob er “doch ein bisschen Schiss“ gehabt habe, wollte der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling dazu wissen. Gelowicz erklärte, er hätte zwar in Kauf genommen, im Kampf für den Islam zu sterben: “Aber scharf war ich nicht drauf.“

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Bei ihren geplanten Anschlägen in Deutschland wollten die Angeklagten Gelowicz zufolge mit Schrauben und dicken Muttern die Zahl der möglichen Opfer erhöhen. “Wir haben gelernt, dass ein Anschlag ohne Splitter total sinnlos ist“, erklärte der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe. Durch den bloßen Sprengdruck würden bei einer Bombe nur die Menschen in unmittelbarer Nähe der Bombe getötet oder verletzt.

Er habe durchaus Mitleid mit den Angehörigen der potenziellen Opfer gehabt, fügte Gelowicz hinzu. “Die Familien würden mir schon leidtun - das hat mir auch damals leidgetan“, sagte er. “Ich habe das aber als eine Notwendigkeit angesehen, die man in Kauf nehmen muss.“ Er habe das Leid in Kauf nehmen wollen, um das Leid der Muslime in Afghanistan zu lindern.

Gelowicz räumt Mitgliedschaft in IJU ein

Gelowicz bekannte sich in seiner Aussage klar zur Mitgliedschaft in der Islamischen Dschihad Union (IJU). “Ich war bis zu meiner Festnahme IJU-Mitglied“, sagte er. Nach den Anschlägen habe er mittelfristig nach Wasiristan zurückkehren wollen, wo er in einem IJU-Lager ausgebildet worden war. Er habe sich jedoch nicht zu einer Rückkehr verpflichtet und auch nicht sicher gewusst, was er schließlich tun werde.

Er plane niemals weit im Voraus, fügte Gelowicz hinzu: “Verstehen Sie, ich bin kein Bausparvertrags-Abschließer.“ Die vier Angeklagten müssen sich seit April vor Gericht verantworten, weil sie eine deutsche Zelle der IJU gegründet und Anschläge mit Autobomben in Deutschland geplant haben sollen. Die Anklage gegen sie lautet unter anderem auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags.

AP

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