Gericht berät über Kündigungsfall wegen 1,30 Euro

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Entlassen wegen 1,30 Euro: Die Kassiererin einer Supermarkt-Kette.

Erfurt - Die Kündigung einer Supermarktkassiererin wegen unterschlagener Pfandmarken im Wert von 1,30 Euro beschäftigt demnächst das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt.

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Kassiererin wegen 1,30 Euro gekündigt

Am 28. Juli entscheidet das Gericht, ob es den Weg für ein Revisionsverfahren freimacht. Der unter ihrem Spitznamen “Emmely“ bundesweit bekanntgewordenen Berlinerin war nach 31 Jahren fristlos gekündigt worden, weil sie zwei Pfandmarken unterschlagen haben soll. Berlins Landesarbeitsgericht hatte die Kündigung im Februar für rechtens erklärt und keine Revision beim BAG zugelassen (Az.: 7 Sa 2017/08). Gegen diese Nichtzulassung hatte die Frau, die auch vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gezogen ist, Beschwerde eingelegt.

Der Fall werde hinter verschlossenen Türen beraten, sagte eine BAG-Sprecherin am Donnerstag. Das Ergebnis soll veröffentlicht werden, sobald die Verfahrensbeteiligten darüber informiert sind.

Das Urteil des Berliner Landesarbeitsgerichts hatte bundesweit Empörung bei Gewerkschaften und Sozialpolitikern ausgelöst. Es wurde als unverhältnismäßig hart kritisiert. Frühere DDR-Bürgerrechtler sprachen von Klassenjustiz. In einer Petition an den Bundestag bat ein Solidaritätskomitee für “Emmely“ im April darum, für Kündigungen eine Bagatellgrenze einzuführen.

dpa


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