Weiter Schlaflos - Anwohner scheitert im Glockenstreit

Offenburg - Anwohner müssen auch nachts Kirchenglocken ertragen, solange das Läuten innerhalb der gesetzlich geregelten Grenzwerte bleibt. Das entschied nun das Landgericht Offenburg.

Der Richter wies damit die Klage eines Mannes aus Rheinau in Baden-Württemberg ab, der sich gegen das Geläute gewehrt hatte (Az.: 1S72/11). Er hatte über Schlafstörungen geklagt und andere gesundheitliche Probleme geltend gemacht. Zuvor war der Anwohner bereits vor dem Amtsgericht Kehl gescheitert.

Einen Vergleichsvorschlag lehnte er ab: Dabei hätte er sich an einer Zeitschaltuhr beteiligen müssen, mit der die evangelische Kirche das Läuten in der Nacht abgestellt hätte.

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Die Glocke hatte auch nachts nicht nur zur vollen Stunde, sondern zu jeder Viertelstunde geschlagen. Die Richter werteten dies dennoch nicht als Dauerlärm, sondern als „einmaliges Schallereignis“ innerhalb des zulässigen Lärmpegels. Die Schlafstörungen seien außerdem nicht zwingend auf den Glockenlärm zurückzuführen, hieß es weiter.

Das Urteil schließt sich damit an frühere Entscheidungen von Gerichten an: So hatte beispielsweise 2007 das Landgericht Heilbronn geurteilt, dass nächtliches Glockenläuten hingenommen werden muss, sofern zulässige Grenzwerte nicht überschritten werden.

dpa

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