Glühbirnenverbot tritt teilweise in Kraft

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Die erste Stufe des Glühbirnenverbots tritt in Kraft.

Brüssel - Traditionelle Glühbirnen mit einer Leistungsstärke von 100 Watt und mehr dürfen in der Europäischen Union ab 1. September nicht mehr vertrieben oder importiert werden.

Brüssel -  Damit tritt die erste Stufe des EU-Glühbirnenverbots in Kraft. Zudem sollen alle matten Glühbirnen vom Markt verschwinden. Im Einzelhandel noch vorhandene Vorräte dürfen aber verkauft werden, bis sie erschöpft sind.

In einem Jahr, zum 1. September 2010, werden dann auch Glühbirnen mit einer Lichtstärke zwischen 75 und 100 Watt vom Markt genommen. Am 1. September 2011 folgen 60-Watt-Birnen, im September 2012 schließlich werden auch die letzten Glühlampen aus dem Handel verschwinden. Die Verbraucher müssen dann auf Energiespar- oder Halogenlampen zurückgreifen.

Einsparpotenzial entspricht Stromverbrauch Rumäniens

Die Abschaffung traditioneller Glühlampen dient dem Klimaschutz, denn die Birnen sind Stromfresser. Nach Einschätzung der EU-Kommission entspricht das Einsparpotenzial dem Stromverbrauch Rumäniens oder von elf Millionen Haushalten. Der Ersatz traditioneller Glühbirnen durch Energiesparlampen werde den Treibhausgas-Ausstoß der EU pro Jahr um 15 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) vermindern.

Der Energieverbrauch pro Haushalt sinkt nach Angaben der Kommission bei Ersatz aller Glühbirnen durch Energiesparlampen um 10 bis 15 Prozent. Trotz des höheren Anschaffungspreises für Energiesparlampen ließen sich auf diese Weise rund 50 Euro jährlich einsparen. Viele Verbraucher scheinen dennoch an der guten alten Glühbirne zu hängen. Angesichts des bevorstehenden Verbots haben sich in den vergangenen Monaten offenbar viele Menschen mit Vorräten eingedeckt. Darauf deuten Zahlen der Konsumforschungsgesellschaft GfK hin: Im ersten Halbjahr 2009 wurden 34 Prozent mehr Glühbirnen verkauft als im Vorjahr. Allerdings war nach Angaben der GfK auch bei den Energiesparlampen eine leichte Absatzsteigerung um zwei Prozent zu verzeichnen.

Lichtstärke soll präziser ausgezeichnet werden

Hintergrund für die Hamsterkäufe sind Beschwerden über die Lichtqualität von Energiesparlampen sowie Berichte über mögliche Gesundheitsschäden. Die EU-Kommission räumt ein, dass die Hersteller von Energiesparlampen bei der Angabe der Lichtstärke bislang oft übertreiben. Für die Kennzeichnung gelten deshalb ab 1. September verschärfte Vorschriften. Bezüglich möglicher Gesundheitsrisiken verweist die Kommission auf eine Studie, wonach Menschen, die an einer mit hoher Lichtempfindlichkeit verbundenen Krankheit leiden, keine nackten Energiesparlampen nutzen sollten. Die Zahl der Betroffenen werde EU-weit auf 250.000 geschätzt.

Für alle anderen Menschen gelte, dass ein Gesundheitsrisiko nur bei dauerhafter Bestrahlung durch eine nackte Energiesparlampe aus weniger als 20 Zentimetern Entfernung bestehe. Diese Voraussetzungen seien bei einer normalen Nutzung nicht gegeben.

ap

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