Grimme-Preis macht Senta Berger sprachlos

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Grimme-Preis.

Marl - Herausragende Fernsehmacher sind am Freitagabend in Marl mit den renommierten Grimme-Preisen ausgezeichnet worden.

Die silbrig glänzenden Trophäen - zwölf Preise und vier Sonderauszeichnungen - verteilte die Moderatorin und Schauspielerin Désirée Nosbusch bei einer Gala im Theater der Ruhrgebietsstadt. “Ich bin sprachlos und mein Mann wird sagen, das kommt selten vor“, sagte Gewinnerin Senta Berger über ihren Grimme-Preis. Die 69- Jährige spielte in dem ARD-Film “Frau Böhm sagt Nein“ eine Vorstands- Sekretärin, die Managern deren üppige Bonuszahlungen verweigert. Im Fünf-Minuten-Takt kamen die zahlreichen Preisträger auf die Bühne, zu denen auch der Comedian Oliver Welke gehörte. Er überzeugte als Moderator der “heute-show“, einer satirischen Nachrichtensendung im ZDF.

Seine Auszeichnung widmete Welke dem FDP-Politiker Rainer Brüderle, der schon oft unfreiwillige Auftritte in der Show hatte. “Vor kurzem hat mich Gesundheitsminister Philipp Rösler auffallend freundlich gegrüßt. Ich glaube, der wollte die Beißhemmung erhöhen“, verriet Welke. Zum zweiten Mal in Folge wurde der Darsteller Ulrich Noethen geehrt, der im ZDF-Krimi “Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ mitspielte. Grimme-Rekordhalter ist nun Dominik Graf, der Regisseur des Films. Er holte sich seine achte Trophäe ab. Trotzdem hat Graf noch kein Platzproblem: “Sie sind sehr handlich.“ Größter Gewinner bei der 46.

Verleihung der Grimme-Preise war das ZDF, das sich in allen drei Kategorien durchsetzen konnte und gleich sechs Auszeichnungen zugesprochen bekam. Darunter eine für “Mörder auf Amrum“, den letzten Film mit der im vergangenen Jahr gestorbenen Schauspielerin Barbara Rudnik. Insgesamt gingen zehn von zwölf Grimme-Preisen an öffentlich- rechtliche Sender, sie heimsten alle Preise für Fiktion und Unterhaltung ein. Dafür stießen die Privatsender nach langer Zeit in die Kategorie Information und Kultur vor und nahmen zwei der fünf möglichen Preise entgegen.

In der bisher öffentlich-rechtlichen Domäne konnten sich ProSieben mit “Galileo Spezial - Karawane der Hoffnung“, einer Reportage über Genitalverstümmelung bei Mädchen, und der Spartenkanal DSF mit der Produktion “Tabubruch“ über Homosexualität im Profifußball behaupten. Der Adolf-Grimme-Preis wird seit 1964 an qualitativ herausragende Fernsehproduktionen vergeben. Eine Jury aus Fernsehkritikern, Publizisten, Medien- und Bildungs-Experten entscheidet über die Preisträger. Die vom Deutschen Volkshochschul-Verband gestiftete Ehrung wird jährlich in Marl verliehen, dem Sitz des Adolf-Grimme- Instituts.

dpa

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