Hamburger Mädchen (15) zwangsverheiratet?

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Hamburg - Die Eltern eines 15-jährigen Mädchens aus Hamburg sollen ihre Tochter zwangsverheiratet haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die Behörde prüft den Verdacht einer Verletzung der Fürsorgepflicht sowie einer schweren Nötigung, wie Sprecher Wilhelm Möllers am Mittwoch sagte.

Die 15-Jährige aus Hamburg, die in Berlin zu einer Ehe gezwungen worden sein soll, hatte am Dienstag bei der Polizei erklärt, sie sei kein Opfer einer Straftat. Ob das serbische Mädchen bei ihrer Vernehmung unter Druck stand, war allerdings unklar. Sie war in Begleitung ihrer Mutter ins Kommissariat gekommen.

Anonyme Hinweise, dass die 15-Jährige zwangsverheiratet worden sei, hätten sich nicht bestätigt, hatte die Polizei am Dienstag erklärt: “Es haben sich keine Anhaltspunkte für ein Sexualdelikt zum Nachteil der Schülerin ergeben.“

Bei ihrer Vernehmung hatte die Schülerin laut Polizei erklärt, sie wolle nun doch bei einer Familie in Berlin-Spandau bleiben und dort ihre Schule abschließen. Dort hatte die Polizei sie am Donnerstag nach einem anonymen Hinweis herausgeholt und dem Jugendnotdienst übergeben. Sie hatte gesagt, sie wolle nicht in die arrangierte Ehe einwilligen. Sie sei in der Familie aber gut behandelt worden.

Das Mädchen war zunächst nach Hamburg zurückgekehrt. Die zuständige Hamburger Jugendeinrichtung hatte laut Polizei nach der Befreiung aus der Berliner Wohnung am Freitag entschieden, dass die 15-Jährige wieder ihren Eltern übergeben wird.

Die Schülerin hatte Anfang vergangener Woche einem Lehrer mitgeteilt, ihre Eltern wollten sie zu einer Heirat mit einem ihr unbekannten jungen Mann in Berlin zwingen. Der Lehrer wandte sich an die Polizei. Das Mädchens teilte einem Freund wenig später per SMS auch mit, sie sei bereits nach Berlin verschleppt und in einer ihr fremden Familie untergebracht worden. Bei ihrer Vernehmung am Dienstag wollte sie dazu keine Angaben mehr machen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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