Hausverlosung: Veranstalter verurteilt

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Dieses Haus sollte verlost werden

München - Der Prozess um die Verlosung eines Hauses hat vor dem Münchner Landgericht am Montag mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe für den Angeklagten geendet.

Der 53-Jährige Volker S.  wurde des Betrugs und der unerlaubten Veranstaltung eines Glücksspiels für schuldig befunden. Der Geschäftsmann hatte ab Ende 2008 auf seiner Internetseite Teilnehmer für die Verlosung für sein Haus in Baldham (Kreis Ebersberg)  geworben. Mehr als 16 000 Interessenten überwiesen je 19 Euro und waren damit in den ersten Runden an einem Quiz beteiligt, durch das die Teilnehmerzahl reduziert wurde. Unter den letzten 100 Beteiligten sollte das Haus im Landkreis Ebersberg verlost werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert. Den Betrug sah die Anklagevertreterin Katja Schreiber in der Täuschung der Teilnehmer über die Rechtswidrigkeit der Verlosung. Verteidiger Guido Bonges plädierte auf Freispruch. Zur “unerlaubten Veranstaltung einer Ausspielung“, wie das Delikt korrekt heißt, gehöre nach bisheriger Rechtsprechung, dass der Gewinner überwiegend durch Glück den Preis bekomme. Im vorliegenden Fall habe die “Geschicklichkeit“ der Teilnehmer im Vordergrund gestanden. Etliche vergleichbare Verfahren ruhen laut Bonges bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über den Charakter der Hausverlosungen. Diese wird im Sommer erwartet.

Das Gericht hatte keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Er habe die eingenommenen rund 405 000 Euro fast ganz verbraucht, nur etwa 50 000 Euro konnten noch sichergestellt werden. “Das ist die klassische Betrugsvariante“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll. Der Angeklagte solle die Strafaussetzung als “Ostergeschenk“ betrachten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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