Hemmungslos den Polizeifunk getwittert

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Der Twitter-User @JO31DH hat am Dienstag den Polizeifunk abgehört und Details getwitter.

München - Mark twitterte unter dem Namen @JO31DH am Dienstag über den Amoklauf in Schwalmtal Details aus dem Polizeifunk.

Ein hemmungsloser Twitterer hat am Dienstag während des Amoklaufs in Schwalmtal am Niederrhein „Ein schmutziges Kapitel Mediengeschichte“ geschrieben, wie Christian Lindner von der Rhein Zeitung meint. Im Blog des Blattes erzählt er von Amateurfunker Mark, so heißt der User, und vom Web 2.0.

Der Nutzer Mark, der sich @JO31DH nennt, hörte in einem Nachbarort 15 Kilometer von Schwalmtal entfernt in Nettetal den Polizeifunk illegal ab. Er twitterte Einzelheiten wie „Der Hubschrauber wird auf dem Pletschweg landen“.

Nicht nur, dass er damit ein publizistisches Tabu gebrochen hat, weil er wichtige polizeiliche Informationen veröffentlichte. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass der Täter im Zweifel optimal über die nächsten Schritte der Polizei informiert wäre. Damit hat @JO31DH die Polizeiaktion gefährdet. Zitate seiner Tweets gibt‘s bei Meedia. Der Account ist inzwischen gelöscht.

Dort und auch im Blog der Rhein Zeitung ist zu lesen, wie Mark auf die Diskussion um sein fragwürdiges Verhalten reagierte. „Maul zu“ und „Fresse“ sind noch die harmlosen Zitate.

Einen Tag nach dem Amoklauf scheint Mark allerdings einen Sinneswandel durchgemacht zu haben. In seinem Blog, das er unter dem selben Synonym führt wie seinen inzwischen gelöschten Twitter-Account, entschuldigt er sich, bestreitet das Abhören des Polizeifunks einerseits ja und andererseits doch nicht und gibt sich ahnungslos.

mm

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