Hepatitis-A-Ausbruch durch verunreinigtes Speiseeis

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Nach dem Besuch einer Eisdiele in Horhausen im Kreis Altenkirchen haben sich bislang zehn Menschen mit Hepatitis A infiziert (Symbolbild).

Altenkirchen - Im Norden von Rheinland-Pfalz ist es durch verunreinigtes Speiseeis zu einem Ausbruch von Hepatitis A (Gelbsucht) gekommen. Menschen aus ganz Deutschland könnten betroffen sein.

Wie der Landkreis Altenkirchen am Montag berichtete, sind den Gesundheitsbehörden bislang elf Krankheitsfälle bekannt. Weitere zwei Verdachtsfälle würden untersucht. Als Infektionsquelle gilt ein Eiscafé in der Ortschaft Horhausen im Westerwald. Da dieses Café an einer stark befahrenen Bundesstraße liegt und bei warmem Wetter von hunderten Menschen pro Tag besucht wird, könnten weitaus mehr Personen infiziert sein.

Der Sprecher der Kreisverwaltung, Joachim Brenner, widersprach allerdings Berichten, wonach sich die Erkrankten an verunreinigtem Speiseeis infiziert hätten. Dies sei zwar nicht auszuschließen, aber unwahrscheinlich. Bei einer Überprüfung durch Lebensmittelkontrolleure im August habe sich das Eis der betroffenen Firma als einwandfrei erwiesen. Denkbar sei, dass sich die Betroffenen über eine Schmierinfektion in dem Café angesteckt hätten, sagte Brenner.

Nach Angaben des Verbands der Kinder- und Jugendärzte wurde inzwischen auch die Erkrankung eines Kindes aus Bayern gemeldet, dessen Familie sich im August im Westerwald aufhielt. Mit weiteren Erkrankungen sei daher nicht allein in der näheren Umgebung der Eisdiele zu rechnen. Hepatitis-A-Patienten leiden unter Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Übelkeit.

Bereits mehr als 1.000 Impfungen

“Ein solche Häufung von Infektionen ist für Deutschland außergewöhnlich“, erklärte die Verwaltung des ebenfalls betroffenen Landkreises Neuwied. Der Kreis Altenkirchen rief alle Personen, die seit Anfang August in dem betroffenen Café Eis gekauft haben, zu einer Impfung auf. “Bis Freitagmittag hatten wir mehr als 1.000 Impfungen im Kreis“, sagte Brenner: “Wir haben jetzt weitere 500 Impfdosen nachbestellt.“

Auch die Kontaktpersonen der bisher erkrankten Patienten sollten sich impfen lassen. Hepatitis A ist zwar medizinisch gut behandelbar, gilt aber dennoch als tückisch. Infizierte Personen seien bereits mehrere Tage, bevor die Krankheit bei ihnen ausbreche, hoch ansteckend, erklärte der Verband der Kinder- und Jugendärzte. Eine Infektion verlaufe bei Kindern und Jugendlichen in der Regel harmlos. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes steige mit dem Alter. In seltenen Fällen kann Hepatitis A auch tödlich enden.

AP

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