Drei Tote bei schweren Unwettern

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Baumäste liegen am Montag (12.07.2010) in Düsseldorf auf der Straße

Düsseldorf - Der Nordwesten Deutschlands wurde von schweren Unwettern heimgesucht: Drei Menschen kamen ums Leben. In Bayern verliefen die Gewitter glimpflich. In der Nacht blieb es in den meisten Regionen ruhig.

Der Polizei zufolge regnete es zwar vor allem in der Mitte Deutschlands zeitweise stark, größere Schäden blieben aber aus. Mit teils kräftigen Gewittern ist heute noch im Osten Deutschlands zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst meldete.

Das Sturmtief "Norina" wütete vor allem in NRW und Niedersachsen. Es gab es viele Verletzte und Sachschäden in Millionenhöhe. In Nordhorn starb eine Frau. Sie hatte in einem Haus Schutz gesucht, auf das ein Baum stürzte. In Köln kam eine Rollerfahrerin ums Leben, die von einem LKW erfasst wurde. In Weener wurde eine Frau durch einen Baum erschlagen.

Im südwestlichen Niedersachsen kam am Tierpark der Stadt Nordhorn eine Frau ums Leben. Eine große Pappel knickte um und stürzte auf ein Haus. Dort hatte die 47-Jährige auf einer Radtour mit ihrem Hund Schutz vor dem Sturm gesucht. In Köln kam eine 54-jährige Rollerfahrerin ums Leben, die sich in einer Unterführung untergestellt hatte und dort von einem Lastwagen erfasst wurde.

Auch über Teile Bayerns sind am Montagabend heftige Unwetter hinweggefegt. In Unterfranken liefen Keller voll Wasser, Bäume stürzten um. Im Landkreis Bad Kissingen musste eine Bundesstraße wegen eines Hangabrutsches gesperrt werden. In Bad Brückenau schlug der Blitz in ein Haus ein. Auch in Ober- und Niederbayern registrierten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze - insgesamt verliefen die Sommergewitter in Bayern aber glimpflich. In der Nacht zum Dienstaggab es in ganz Franken Straßensperrungen und überflutete Kellern.

Bilder: Unwetter über Deutschland

Unwetter über dem Nordwesten Deutschlands

Am Montagnachmittag tobte ein Tornado über die Helgoländer Düne, eine dem Hauptfelsen vorgelagerte Badeinsel. Elf Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, vor allem von umherfliegenden Strandkörben. Der Campingplatz wurde fast völlig verwüstet. Auf dem kleinen Flugplatz kippte eine Propellermaschine um. “So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der 63-jährige Rentner Wilfried Richters. Wie eine schwarze Wand raste das Unwetter gegen 15.30 Uhr heran.

Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter Schäden von etwa einer Million Euro an. Sturmböen mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde rissen nach Angaben der Wasserschutzpolizei einen 157 Meter langen und 17 Meter breiten Schiffsneubau los. Der Frachter stellte sich im Hafen quer und krachte gegen die Werftanlage. Dadurch sprang ein Kran aus den Schienen, stürzte um und fiel auf das Schiff und zwei Dächer. In der Ortschaft Utgast stürzte ein Bauernhaus komplett ein. Von den ostfriesischen Inseln war Baltrum am schlimmsten betroffen. Der Orkan schlug dort eine regelrechte Schneise.

Auch die Bahn war von den Unwettern am Montagnachmittag betroffen. Die Strecke von Rheine nach Emden wurde ebenso gesperrt wie die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück. Zahlreiche Bäume waren in die Oberleitungen gestürzt. Wegen eines Defekts in einem Stellwerk war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt rund acht Stunden unterbrochen. Betroffen waren allein dort rund 2000 Reisende. Am Abend wurde die Strecke wieder freigegeben.

Viele Straßen im westlichen Niedersachsen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert. Zum Teil fielen auch Strom, Telefon und Internetzugang aus. Von einer Brückenbaustelle an der Autobahn 30 löste sich die Bauverschalung samt Eisenbewehrung. Einige Eisenstangen schlugen durch die Frontscheibe eines Autos.

Bahnverkehr kommt zum Erliegen

In Nordrhein-Westfalen kam der Bahnverkehr auf wichtigen Strecken fast vollständig zum Erliegen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Bahnsprecher in Düsseldorf berichtete von “massiven Störungen“ wegen Blitzeinschlägen und Bäumen auf der Strecke. Betroffen waren der Fern- und Nahverkehr sowie alle S-Bahnlinien an Rhein und Ruhr. Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof standen die Reisenden am Nachmittag in dichten Trauben auf den Bahnsteigen und warteten auf Züge. “Zur Dauer der Störungen können wir noch keine Angaben machen“, teilte die Bahn mit.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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