Hochwasserlage in Deutschland bleibt angespannt

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Feuerwehrmänner kämpfen in Koblenz gegen das Wasser.

Frankfurt/Main - Die ersehnte Entwarnung ist in den meisten Hochwassergebieten noch immer nicht absehbar. In Wertheim klettert das Wasser viel schneller als angenommen. Auch im Osten bleibt die Lage kritisch.

Die Lage in den Hochwassergebieten in Deutschland ist immer noch angespannt. Im baden-württembergischen Wertheim mussten die Behörden ihre Flutprognose am Mittwochmorgen deutlich nach oben korrigieren. Auch im Osten an der Oder bleibt die Lage kritisch. In der Finanzmetropole Frankfurt am Main drohen die Fluten auf den Römerberg zu schwappen - künstliche Dämme wurden aufgebaut. Am nur wenige Meter vom Römerberg entfernten Eisernen Steg war die Straße am Morgen überflutet. Die Menschen in Wertheim im Main-Tauber-Kreis sahen am Morgen noch immer kein Ende der Fluten kommen. Im Gegenteil: Um 5.00 Uhr kletterte der Pegelstand des Mains auf 5,72 Meter, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr.

Damit wurde der ursprünglich erst für Mittwochmittag oder -nachmittag erwartete Höchstwert von 5,70 Metern bereits überschritten. Die Einsatzleitung rechnet nun damit, dass bis zum Mittag ein Höchstwert von etwa 5,90 Metern erreicht werde. In der Nacht zum Mittwoch war das Wasser schon gut einen Tag in die historische Altstadt geflossen. In der 24 000 Einwohner zählenden Stadt ganz im Norden Baden-Württembergs herrschte in der Nacht trotz der zunehmenden Überschwemmung relative Ruhe. Rund 450 Häuser mit etwa 1000 Bewohnern sind betroffen. 70 Einsatzkräfte leisteten Hilfe. Die betroffenen Anlieger hätten einen Pendelverkehr aus neun Booten vor allem tagsüber genutzt, teilte die Einsatzleitung mit.

Uneinheitliche Lage an der Oder

Keine einheitliches Bild gibt es an der Oder: Nach dem Erfolg der Eisbrecher sank der Pegelstand bei Hohensaaten-Finow in Brandenburg in der Nacht zum Mittwoch weiter deutlich. Die Lage an der Schwarzen Elster bleibt derweil kritisch: Ihr Pegel erreichte in Herzberg (Landkreis Elbe-Elster) den Richtwert der höchsten Alarmstufe 4. An der Spree entspannte sich die Lage hingegen. An der Elbe wird wiederum mit leicht steigendem Wasser gerechnet. Auch in Sachsen-Anhalt rückte die ersehnte Entwarnung nicht näher. Die Hochwasserwelle laufe zwar ab, sagte Peter Hasdorf von der Landeshochwasserzentrale am Morgen.

Angesichts der Vorhersage mit Tauwetter und Regen könne es aber noch einmal kritisch werden. Weiterhin Probleme macht die Saale in Halle: Am Pegel Trotha war der Wasserstand in der Nacht zum Mittwoch noch einmal um zehn Zentimeter auf 6,67 Meter gestiegen. Am Dienstag hatten wegen des Saalehochwassers 34 Bewohner eines Pflegeheims in Halle in Sicherheit gebracht werden müssen. Die Senioren seien in andere Heime gebracht worden. Auch eine Wohnanlage in Nachbarschaft des Pflegeheims ist vom Wasser eingeschlossen. Neben der Saale gilt für die Schwarze Elster im Landkreis Wittenberg und für die Weiße Elster am Pegel Oberthau (Landkreis Merseburg-Querfurt) weiter die höchste Alarmstufe 4.

dpa

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