Indizien sollen Raubmord vor 29 Jahren aufklären

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Heidelberg - 29 Jahre blieb der Mord an einem 60-Jährigen in Leimen (Baden-Württemberg) ungeklärt. Nun hofft die Heidelberger Justiz den Täter mit Hilfe moderner Kriminaltechnik überführen zu können.

Seit Dienstag muss sich ein 55-jähriger Mannheimer gegen den Vorwurf des Mordes und Raubes mit Todesfolge vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 55-Jährige das homosexuell veranlagte Opfers im Juni 1980 erschlug und umgerechnet mindestens 460 Euro stahl. DNA und Fragmente von Fingerabdrücken des Mannes waren in der Wohnung des Leimeners sichergestellt worden. Zuordnen ließen sich die Spuren jedoch erst im Herbst 2008.

Eine Beschreibung des möglichen Täters lag damals vor. Der 55-Jährige saß jedoch wegen einer anderen Straftat jahrelang im Gefängnis. Einen Tag, bevor die Leiche des 60-Jährigen gefunden wurde, war er festgenommen worden.

Ins Visier der Ermittler geriet der mehrfach vorbestrafte Mann im Herbst 2008 - als Schwarzfahrer. Dabei wurde festgestellt, dass seine Fingerabdrücke mit jenen vom Tatort in Leimen übereinstimmten. Auch die DNA-Spuren passten, erklärte Oberstaatsanwältin Christiane Vierneisel zum Prozessauftakt. Seit Ende September 2008 befindet sich der Maurer in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Laut Anklage lernte er sein Opfer am Mannheimer Bahnhof kennen und begleitete ihn in dessen Wohnung. Dort soll es zu sexuellen Kontakten gekommen sein. Anschließend soll der Angeklagte den 60-Jährigen getötet und das Geld geraubt haben. Wenige Tage später habe der Mann Gäste eines Mannheimer Hotels überfallen. Dafür sei er wegen Freiheitsberaubung sowie räuberischer Erpressung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Für den Prozess in Heidelberg sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil ist für den 7. Juli geplant.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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