Innenminister de Maizière: Zölibat ist falsch

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärt in einem Interview: “Ich finde den Zölibat falsch.“

München - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich vor dem Ökumenischen Kirchentag gegen das strikte Gebot der Ehelosigkeit für katholische Priester ausgesprochen.

In einem Interview der Wochenzeitung “Die Zeit“ (Donnerstag) schaltete er sich in die Debatte um eine Lockerung des Zölibats ein und plädierte für eine Aufhebung. “Ich finde den Zölibat falsch“, sagte de Maizière kurz vor Beginn des Ökumenischen Kirchentages in München an diesem Mittwoch. Mann und Frau gehörten zusammen, “auch als Pfarrer“. Zudem hätten ihn die Einwände, der Kirchendiener werde durch die Frau abgelenkt, nie überzeugt.

Bamberger Erzbischof für Zölibats-Lockerung

Die Debatte um den Zölibat war vor dem Hintergrund zahlreicher Missbrauchsfälle von katholischen Geistlichen in Deutschland und Europa zuletzt auch im deutschen Episkopat selbst angestoßen worden. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hält etwa eine Lockerung des Zölibats für normale Priester für denkbar.

Innenminister de Maizière, der auch Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentags ist, lobte die katholische Kirche ausdrücklich für ihre Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. “Bei allem, was man der katholischen Kirche vorwerfen kann: Die Kraft, mit der innerhalb der katholischen Kirche darüber diskutiert wird, nötigt mir Respekt ab und nicht Kritik.“ In der Sache selbst, so zitiert die Zeitung de Maizière, “haben wir es nicht nur mit einem Kirchenphänomen zu tun“.

dpa

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