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In Lebensgefahr bei den Dschihadisten

Darum wurde Todenhöfer vom IS nicht enthauptet

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Ein Gespräch auf Augenhöhe? Angesichts der Bewaffnung und der damit verbundenen ständigen Bedrohung scheint das kaum möglich. Dennoch kam es zu mehrfachen lautstarken Auseinandersetzungen mit den IS-Kämpfern.
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Der deutsche Publizist Jürgen Todenhöfer verbrachte zehn Tage im Herrschaftsgebiet des IS. Viele fragen sich: Woher hatte er diesen Mut und war er nicht in Lebensgefahr?

Das RTL-Interview von Todenhöfer mit dem deutschen IS-Kämpfer sorgt für Diskussionen. Die Infochefin bei Prosieben.Sat1, Corinna Milborn, twitterte kritisch:

Andere bewundern jedoch seinen Mut und fragen sich, wieso er als Journalist dieses Risiko einging. Zuletzt wurde der US-Reporter James Foley enthauptet und das IS-Propagandavideo der Ermordung Anfang September 2014 ins Netz gestellt. Die Bundesrepublik sieht der IS ebenfalls als Feindbild an, insbesondere seitdem der Bundestag den Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga zustimmte. Das erklärte auch der deutsche Dschihadist im Interview mit Todenhöfer.

Die Sicherheitsgarantie, die Todenhöfer für seine Reise ins IS-Gebiet bekam. HIER klicken zum Vergrößern.

Wieso also passierte Jürgen Todenhöfer nichts in der Hand des IS? Die Antwort: Eine Sicherheitsgarantie schütze ihn und seinen Sohn, der ihn auf diese Reise begleitete. Ausgestellt wurde diese vom Sekretariat des IS-Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi am 19. Oktober 2014.

Auf diesem Dokument stand auf Arabisch: "Dies ist eine Sicherheitsgarantie für den deutschen Journalisten Jürgen Todenhöfer, damit er die Territorien des islamischen Staates mit seinem Hab und Gut und seinen Begleitern sicher bereist. Daher werden die Soldaten des islamischen Staates diese Garantie respektieren und ihm sicheres, freies Geleit gewähren bis er seine Mission erfüllt hat und wieder ausgereist ist." Ein Siegel beglaubigte das Dokument.

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Auf seiner Facebook-Seite gibt Todenhöfer zu, dass es dennoch eine kräftezehrende Reise war und die Unsicherheit blieb, ob diese Garantie wirklich echt ist: "Alle meine Freunde und Familienmitglieder haben ihre Echtheit bezweifelt und versucht, mich von der Reise abzuhalten." Ausgehandelt wurde die Sicherheitsgarantie in monatelangen Skype-Gesprächen mit der Führung des IS-Kalifats.

In seinen Schilderungen auf seiner Facebook-Seite, die er am 22. Dezember veröffentlichte, wird deutlich, wie groß der Druck war: "Mein Sohn Frederic hat mehrere Kilo abgenommen."

Bereits am 16. Dezember, direkt nach seiner Rückkehr, schrieb er: "Dem IS war bekannt, dass ich mich mehrfach sehr kritisch zum 'Islamischen Staat' geäußert hatte. Hier auf Facebook und in der deutschen Presse. Ich habe die Gefahren dieser Reise daher nie unterschätzt." Und weiter: "Als ich gestern Abend mit meinem Gepäck in der Nähe eines türkischen Schießturms zu Fuß über einen Schmugglerpfad in die Türkei rannte, fiel eine gefühlte Last von 1000 Tonnen von meinen Schultern. Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder heil in Deutschland bin. Meine Familie auch. Es hat viele Tränen gegeben."

Die Behandlung durch den IS sei insgesamt korrekt gewesen, jedoch sei es "mehrfach zu scharfen und lautstarken Auseinandersetzungen" mit den Dschihadisten gekommen. Zweimal stand die Reise laut Todenhöfer sogar kurz vor dem Abbruch.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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