Am S-Bahnhof Solln

Jugendliche prügeln 50-Jährigen zu Tode

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Trauernde entzünden am Samstagabend eine Kerze am S-Bahnhof Solln.

München - Brutales Verbrechen an einem Münchner S-Bahnhof: Zwei Jugendliche haben am Samstag Nachmittag einen Mann (50) zu Tode geprügelt. Er war zuvor eingeschritten, als die beiden andere Fahrgäste um Geld erpressten.

Wie die Polizei mitteilt, hatte der 50-jährige Münchner in der S-Bahn Richtung Wolfratshausen beobachtet, wie die zwei Teenager (17 und 18 Jahre alt) andere Jugendliche aufforderten, ihnen Geld zu geben. „Sie drohten ihnen sonst Schläge an“, sagt Andreas Ruch, Sprecher des Polizeipräsidiums München. Der Mann sei dazwischengegangen und habe die Situation schlichten wollen.

Bilder vom Tatort

Jugendliche prügeln 50-Jährigen zu Tode

Um 16.05 Uhr stiegen sowohl die jugendlichen Erpresser als auch der Mann am S-Bahnhof Solln aus. Auf dem Bahnsteig prügelten die beiden vor den Augen entsetzter Fahrgäste unvermittelt auf den 50-Jährigen ein. Er stürzte, knallte mit dem Kopf gegen ein Geländer und verlor das Bewußtsein. Nach ersten Zeugenaussagen sollen die Schläger noch auf den am Boden liegenden Mann eingetreten haben. Das Opfer sollte nicht mehr aufwachen: Rettungskräfte versuchten noch am Tatort vergeblich, den Mann wieder ins Bewusstsein zu holen. Der 50-Jährige wurde in ein Münchner Krankenhaus gebracht, wo er um 18.20 Uhr seinen schweren Verletzungen erlag.

Mit vorgehaltener Waffe verhaftet

Neben diesem Wartehäuschen am S-Bahnhof Solln haben die beiden Teenager den Mann niedergeprügelt.

Nach der Attacke flüchteten die brutalen Schläger über die Gleise und versteckten sich in einem Gebüsch. Zeugen hatten die Attacke beobachtet und die Polizei verständigt. Als die Beamten später die Umgebung durchsuchten, hörte eine Polizistin Geräusche aus den Büschen. Sie rief sofort Verstärkung. Mit vorgehaltener Waffe forderten die Beamten die beiden Schläger auf, aus dem Gebüsch zu kommen. Sie wurden festgenommen und ins Polizeipräsidium München gebracht.

Derzeit warten sie auf ihre Vernehmung durch die Mordkommission. „Wir ermittlen wegen eines versuchten Tötungsdelikts“, sagt Polizeisprecher Ruch.

Die Identität der beiden Schläger ist bereits bekannt: Sie stammen aus München und sind deutsche Staatsbürger.

Über die Einzelheiten des Prügelattacke auf dem S-Bahnhof Solln wollen der Leiter der Mordkommission und der zuständige Staatsanwaltschaft am heutigen Sonntag im Polizeipräsidium München berichten.

Die Nachricht von der brutalen Tat schockt München: Noch am Samstagabend entzündenden trauernde Menschen Kerzen am Tatort.

Attacke weckt Erinnerungen an U-Bahn-Schläger

In der Vergangenheit hatte es mehrfach brutale Übergriffe in der Münchner U-Bahn gegeben. Vor allem die Attacke auf einen Rentner, der im Jahr 2007 wegen seines Hinweises auf das Rauchverbot in der U-Bahn lebensgefährlich verletzt worden war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

fro

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