Eimerwurf: Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Hamburg - Ein 16-Jähriger hat zugegeben, einen Eimer mit Bauschutt auf die stark befahrene A1 geworfen zu haben. Ein Richter hat Haftbefehl erlassen. Der Verdacht: versuchter Mord.

Nach ihrem lebensgefährlichen Eimerwurf von einer Autobahnbrücke in Hamburg müssen zwei Jugendliche in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ am Freitagabend Haftbefehl gegen die beiden 16 und 17 Jahre alten Jungen. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht des gemeinschaftlichen versuchten Mordes, teilte Wilhelm Möllers von der Staatsanwaltschaft mit. “Das ist kein bloßer Jungenstreich, sondern ein schweres Kapitalverbrechen.“

Der 16-Jährige hat nach Polizeiangaben vom Freitag gestanden, das Gefäß von einer Autobahnbrücke geworfen zu haben. Zu ihrem Motiv wollte der Sprecher zunächst nichts sagen.

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Unbekannte sollen den Bauschutt illegal auf der Brücke entsorgt haben. Der kiloschwere Eimer hatte am Mittwochabend einen Wagen auf der stark befahrenen Autobahn 1 (Hamburg-Bremen) getroffen. Der Fahrer, ein 41-Jähriger aus Niedersachsen, kam mit leichten Verletzungen davon. Sein Glück: Das Geschoss war zunächst gegen den Rahmen des Autos geprallt und dort abgelenkt worden. Dennoch durchschlug der Eimer die Windschutzscheibe. Der Schutt - eine Mischung aus Kacheln, Steinen und Sand - flog durch den Wagen. Trümmerteile trafen den Fahrer am Kopf und am linken Arm. “Er hatte richtig Glück - wäre der Eimer ein paar Zentimeter weiter rechts eingeschlagen, wäre er mit Sicherheit lebensgefährlich oder sogar tödlich verletzt worden“, hieß es nach der Tat bei der Polizei.

Nach Zeugenhinweisen und weiteren Ermittlungen suchten Beamte des Landeskriminalamts nach dem 17 Jahre alten Verdächtigen. Am Donnerstagnachmittag nahmen sie ihn in der Wohnung seiner Eltern in Hamburg fest. Am Abend fassten sie auch den 16-Jährigen. Der erklärte der Mordkommission, er habe den Eimer nach einer Aufforderung seines Freundes von der Brücke geworfen. Der ältere Verdächtige wiederum habe zwar zugegeben, dass er ebenfalls am Tatort war, berichtete der Sprecher. “Aber weiter hat er sich dazu nicht wirklich geäußert.“

Unbekannte hatten den Ermittlungen zufolge insgesamt drei Eimer mit Bauschutt am Rand der Autobahnbrücke abgestellt - offensichtlich um diesen illegal zu entsorgen. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) begrüßte den schnellen Fahndungserfolg der Polizei und forderte die rasche Nummerierung von Autobahnbrücken. Dann könnten Zeugen etwa “viel präziser Beschreibungen über verdächtige Personen abgeben oder Rettungskräfte alarmieren“, sagte Ahlhaus.

dpa

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