Bundesverfassungsgericht lehnt Erlass einer einstweiligen Anordnung ab - Keine schweren Nachteile

"Kannibale" scheitert erneut mit Antrag gegen Film "Rohtenburg"

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Am Donnerstag ist der Horrorfilm mit Thomas Kretschmann in der Rolle des Kannibalen gestartet. In einer Szene des Kinofilms "Rohtenburg" steht Oliver Hartwin (r., Thomas Kretschmann) neben Simon Grombek (l., Thomas Huber), den er mit dessen Einverständnis tötet und verspeist (undatiertes Szenenfoto).

Karlsruhe - Armin Meiwes, der wegen Mordes verurteilte “Kannibale von Rotenburg“, hat erneut versucht, die Kino-Aufführungen des Films “Rohtenburg“ zu verhindern.

Das Bundesverfassungsgericht hat seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung jedoch abgelehnt, wie es am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Die Entscheidung der 1. Kammer des Ersten Senats erging demnach am Mittwoch.

Am Donnerstag ist der Horrorfilm mit Thomas Kretschmann in der Rolle des Kannibalen gestartet. Nach Angaben der Verfassungsrichter hat Meiwes nicht dargelegt, dass ihm durch die Vorführungen des Kinofilms ein “hinreichend gewichtiger Nachteil“ entstünde.

Armin Meiwes hat erneut versucht, die Kino-Aufführungen des Films “Rohtenburg“ zu verhindern.

Der Mörder hatte sich mit seiner Klage gegen den Film zunächst vor dem Landgericht Kassel und dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main durchgesetzt. Er sieht seine Persönlichkeitsrechte durch die Darstellung seines Falls verletzt. Am 26. Mai dieses Jahres entschied jedoch der Bundesgerichtshof gegen Meiwes und gab der Freiheit der Kunst Vorrang vor dem Persönlichkeitsrecht des Täters. Meiwes will gegen diese Entscheidung Verfassungsbeschwerde einlegen. Eine einstweilige Anordnung kann zur “Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl“ erlassen werden, wie das Bundesverfassungsgericht erklärte.

Meiwes erleidet nach der Begründung jedoch keinen schweren Nachteil durch die Darstellung seiner Geschichte, weil diese der Öffentlichkeit - auch durch seine Interviews - bereits bekannt ist. “Dasselbe gilt für die vom Antragsteller befürchtete Verletzung seines Rechts am eigenen Bild“, teilte das Gericht mit. Meiwes hat demnach “selbst freimütig an der Veröffentlichung von ihn zeigenden Fotos in der Presse mitgewirkt“ und auch ein Buch autorisiert, das auf dem Umschlag eine Porträtaufnahme von ihm zeigt.

AP

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